MARA Holdings verkauft 15.133 Bitcoin für 1,1 Mrd. US-Dollar und finanziert damit Ausbau in KI

Aus dem weltweit größten Bitcoin-Miner wird einer der größten Verkäufer: MARA Holdings hat in den vergangenen drei Wochen 15.133 Bitcoin für 1,1 Mrd. US-Dollar veräußert. Der Bestand liegt nun bei 38.689 Bitcoin im Wert von rund 2,3 Mrd. US-Dollar. CEO Fred Thiel begründete den Schritt mit einer strategischen Kapitalallokation: Der Teilverkauf stärke die Bilanz, erhöhe die finanzielle Flexibilität und solle MARA für langfristiges Wachstum positionieren. Gleichzeitig treibt das Unternehmen die Expansion "über reines Bitcoin-Mining hinaus" in Richtung "digitale Energie" sowie KI/HPC-Infrastruktur voran. An der Börse notierte MARA laut Yahoo Finance bei 8,50 US-Dollar, ein Plus von rund 3,5% am Tag. In der Rangliste der Unternehmen mit großen Bitcoin-Beständen rutschte MARA auf Platz drei ab und gab den zweiten Rang an Jack Mallers' Twenty One Capital ab. Der Verkauf gilt als deutliches Signal für den Branchenumbau: Große US-Miner schwenken zunehmend auf KI-Infrastruktur um, nachdem Mining nach dem jüngsten Halving deutlich unprofitabler geworden ist, schreiben Bernstein-Analysten. Das Halving 2024, das alle vier Jahre die Blockbelohnung halbiert, reduzierte die Belohnung auf 3,125 Bitcoin pro Block. Zusätzlich sind die Transaktionsgebühren gesunken, weil mehr Bitcoin in börsengehandelten Fonds gebunden sind und weniger On-Chain-Aktivität stattfindet. Die Folge: Unternehmen, die bei 50.000 US-Dollar je Bitcoin profitabel minen konnten, kommen laut dem Bericht selbst bei 100.000 US-Dollar teils nur noch auf Break-even. Bitcoin handelt derzeit jedoch um 69.000 US-Dollar. Parallel dazu suchen KI-Anbieter dringend Stromkapazitäten und zahlen dafür teils deutlich höhere Preise. MARA ist damit das bislang größte Beispiel einer breiteren Bewegung. Core Scientific hat 590 Megawatt über 12 Jahre an den KI-Cloud-Anbieter CoreWeave vergeben; der Vertrag soll 10 Mrd. US-Dollar Umsatz bringen. IREN peilt 2026 eine annualisierte Erlösgröße von über einer halben Milliarde aus KI-Cloud-Services an. Selbst CleanSpark, lange auf reines Bitcoin-Mining fokussiert, schuf im Oktober eine Senior-VP-Position für KI-Rechenzentren. Nicht alle Unternehmen sind ihren Aktionären schnell genug. Gleichzeitig ist der Schwenk in Richtung KI kein Selbstläufer. Die KI-Story, die vor rund sechs Monaten noch als nahezu unangreifbar galt, steht inzwischen stärker unter Anlegerbeobachtung. Marktbeobachter fragen sich, ob OpenAI und andere Hyperscaler ihre ambitionierten Ausbaupläne tatsächlich umsetzen und monetarisieren können. Diese Skepsis wirke sich auch auf Bitcoin-Miner aus, sagte Matthew Sigel, Leiter Digital-Assets-Research bei VanEck. "Der zuvor dominierende KI-Trade hat an Kraft verloren", sagte er im Februar. Das habe Zweitrundeneffekte ausgelöst, weil sich die Finanzierungsbedingungen mit der Bitcoin-Schwäche verschärft hätten und viele Miner gezwungen seien, mehr Coins zu verkaufen, um den Umbau zu finanzieren. Pedro Solimano ist Markt-Korrespondent bei DL News. Hinweise per E-Mail an psolimano@dlnews.com.