Lombard verlagert Bitcoin-besicherte Vermögenswerte auf Chainlink CCIP – nach Kelp-DAO-Verlust von 292 Mio. US-Dollar

Lombard Finance hat nach dem Sicherheitsvorfall rund um Kelp DAO eine interne Prüfung abgeschlossen und Bitcoin-besicherte Vermögenswerte im Umfang von mehr als 1 Mrd. US-Dollar von LayerZero auf das Cross-Chain-Interoperabilitätsprotokoll Chainlink CCIP migriert. Nach Angaben des Unternehmens wird CCIP zur exklusiven Cross-Chain-Infrastruktur für LBTC und BTC.b, zwei in DeFi verbreitete, Bitcoin-besicherte Token. Lombard bezeichnet den Schritt als Teil eines umfassenden Sicherheits-Upgrade-Programms, das die Liquidität von Bitcoin über mehrere Blockchain-Netzwerke ausweiten soll. Auslöser war der Exploit bei Kelp DAO im April, der Cross-Chain-Brücken erneut in den Fokus rückte: Über eine LayerZero-basierte Bridge gingen dabei laut Bericht rund 292 Mio. US-Dollar verloren. Seitdem haben mehrere Krypto-Unternehmen und DeFi-Protokolle Assets auf Chainlink CCIP verlagert oder entsprechende Schritte angekündigt. Branchenschätzungen beziffern den Gesamtwert der betroffenen Vermögenswerte auf etwa 4 Mrd. US-Dollar. Lombard teilte mit, dass CCIP LayerZero unter anderem auf Solana, Etherlink, Berachain, Corn und TAC ersetzt. Auf Morph und Swell soll LayerZero vollständig auslaufen. LBTC und BTC.b sind von Lombard ausgegebene, Bitcoin-besicherte Assets, die BTC-Liquidität in DeFi bringen sollen. Sie ermöglichen, Bitcoin-Exposure über Smart-Contract-Netzwerke hinweg für Handel, Besicherung und weitere On-Chain-Anwendungen zu nutzen. Lombard betont, die Migration solle Nutzer schützen und zugleich eine breitere Distribution dieser Assets ermöglichen. Seit dem Start habe das Protokoll keine Sicherheitsvorfälle verzeichnet und 100% Verfügbarkeit erreicht; die Cross-Chain-Infrastruktur müsse diese Standards mittragen. Jacob Phillips, Mitgründer von Lombard, erklärte, nach jüngsten Bridge-Zwischenfällen habe das Team die bestehende Cross-Chain-Architektur überprüft. Das Ergebnis sei die Entscheidung für Chainlink CCIP zur Absicherung von LBTC und BTC.b. Die Umstellung umfasst auch die Einführung des Cross-Chain-Token-Standards von Chainlink. Dieser unterstützt ein Burn-and-Mint-Modell, bei dem ein einheitlicher Standard-Token über verschiedene Blockchains transferiert wird. Lombard zufolge verringert das die Abhängigkeit von externen Parteien und beugt einem Vendor-Lock-in vor, weil das Unternehmen die Kontrolle über den Token-Contract behält. Der Kelp-DAO-Vorfall hat die Risiken von Bridges in DeFi erneut verdeutlicht. Cross-Chain-Systeme verwalten häufig große Wertpools und gelten als zentrale Infrastruktur für Wrapped Assets, Liquid-Staking-Token und Bitcoin-besicherte Token. Nach dem Vorfall haben Kelp DAO, Solv Protocol, Re, Kraken und Lombard Migrationen zu Chainlink CCIP vollzogen oder angekündigt. Kraken teilte zuletzt mit, kBTC sowie künftige "Kraken Wrapped Assets" auf CCIP zu migrieren. Kelp DAO wurde inzwischen neu gestartet. Im Rahmen des Recovery-Plans laufen rsETH-Auszahlungen über Bridge- und Claims-Prozesse weiter. Johann Eid, Chief Business Officer bei Chainlink Labs, sagte, die Migration von Lombard sei Teil einer breiteren Bewegung hin zu Cross-Chain-Infrastruktur mit stärkeren Sicherheitskontrollen. CCIP werde verstärkt von Protokollen genutzt, die verlässliche Infrastruktur für institutionelle Adaption und größere, Bitcoin-basierte DeFi-Märkte benötigen. LayerZero zählt weiterhin zu den größten Anbietern für Cross-Chain-Messaging, doch der Kelp-Vorfall habe mehrere Protokolle veranlasst, Bridge-Abhängigkeiten und Risikokontrollen neu zu bewerten. Lombards Schritt gilt als weiteres Signal dafür, dass Infrastrukturentscheidungen nach hohen Verlusten neu auf den Prüfstand kommen. Als Gründe nannte Lombard Sicherheitsmerkmale von Chainlink CCIP wie eine Defense-in-Depth-Architektur, unabhängige Node-Betreiber, integriertes Rate Limiting und auditiertes Setup. Chainlink zufolge wird jeder Bridge-Kanal von mindestens 16 unabhängig betriebenen Nodes abgesichert, die Sicherheitsprüfungen durchlaufen haben. Ein eingebauter Rate-Limiting-Mechanismus fungiere in Extremsituationen als Schutzschalter und solle Asset-Bewegungen bei auffälliger Aktivität begrenzen. Lombard verwies zudem auf institutionelle Zertifizierungen von Chainlink, darunter SOC 2 Type 2 und ISO/IEC 27001:2022. Diese Standards seien relevant, da Bitcoin-besicherte Assets in größere DeFi- und institutionelle Märkte vordringen. Die Migration ermögliche es Lombard außerdem, ein eigenes Sicherheitskonsortium als zusätzliche Verifikationsschicht für Cross-Chain-Transfers einzubinden, eigene Transferregeln durchzusetzen, Bewegungen zu protokollieren und Verifikationslogik bei Bedarf anzupassen. Nach der Ankündigung erholte sich der LINK-Kurs. LINK wird aktuell nahe 10,31 US-Dollar gehandelt, ein Plus von 0,89% in den vergangenen 24 Stunden. Zuvor hatte der Kurs eine langfristige Abwärtstrendlinie nach oben durchbrochen und konsolidiert derzeit zwischen 10,03 und 10,80 US-Dollar, während Käufer frühere Widerstände testen und als Unterstützung etablieren.