Lazarus Group soll hinter DeFi-Angriff über 292 Mio. US-Dollar stecken – TVL-Abflüsse bis zu 15 Mrd. US-Dollar
CoinDesk zufolge wächst in der DeFi-Community die Sorge, Onchain-Gelder auf Protokollen zu belassen. Nach dem Hack bei Kelp DAO berichtet die Nutzerin @kaiynne, sie habe nach fünf Jahren in DeFi noch nie ein vergleichbares Unbehagen verspürt.
Marktteilnehmer rechnen bis zum 31. Dezember 2026 mit einem weiteren Angriff, der Schäden von mehr als 100 Mio. US-Dollar verursacht. In dem entsprechenden Markt wird dies mit 100% "Ja" eingepreist. Auslöser der aktuellen Neubewertung ist der Cyberangriff mit einem Schaden von rund 292 Mio. bis 294 Mio. US-Dollar, der nach Einschätzung dem nordkoreanischen Lazarus Group zugerechnet wird.
Der Vorfall löste Abflüsse aus DeFi-Plattformen aus: Der Total Value Locked (TVL) sank laut Bericht um etwa 13 Mrd. bis 15 Mrd. US-Dollar. Gleichzeitig stieg das Risiko fauler Kredite auf Protokollen wie Aave und Compound.
Obwohl keine konkreten Handelsvolumina genannt werden, spiegeln die Wahrscheinlichkeiten die Risikoeinschätzung der Trader wider. Es handelt sich um den bislang größten DeFi-Exploit des Jahres 2026, viele erwarten weitere Vorfälle.
Unmittelbar nach dem Angriff fror das Arbitration Security Committee rund 71 Mio. US-Dollar der entwendeten Mittel ein. Die koordinierte Reaktion machte auch deutlich, wie stark das DeFi-Ökosystem von Bridge-Infrastruktur abhängt, die als besonders anfällig für Exploits gilt.
Für Trader gilt der Kelp-DAO-Hack als Warnsignal: Staatlich unterstützte Gruppen wie Lazarus stellen ein erhebliches systemisches Risiko dar. Ohne neue Sicherheitsmaßnahmen sei ein Investment in diesen Prognosemarkt vor allem symbolisch und mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht renditeträchtig. Ökonomisch sinnvoll werde es erst, wenn sich die Häufigkeit prominenter Krypto-Hacks deutlich verringere – angesichts des aktuellen Tempos erscheine das unwahrscheinlich.
Beobachter sollen Updates von Sicherheitsfirmen wie CertiK und Chainalysis sowie neue Einträge auf dem Rekt-News-Leaderboard im Blick behalten. Diese könnten Stimmungsumschwünge anzeigen oder weitere Attacken staatlicher Akteure offenlegen.