Kraken meldet Erpressungsversuch nach internem Missbrauch von Zugängen – kein Sicherheitsvorfall, Kundengelder nicht betroffen

Die Kryptobörse Kraken hat einen Erpressungsversuch offengelegt, der im Zusammenhang mit zwei getrennten Vorfällen unbefugten Zugriffs auf begrenzte interne Systeme steht. Das Unternehmen betonte, dass es keinen externen Einbruch in die Infrastruktur gegeben habe und Kundengelder zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen seien. Laut einem Sicherheits-Update droht eine kriminelle Gruppe damit, Videos zu veröffentlichen, die angeblich interne Systeme mit Kundendaten zeigen. Kraken erklärte, man werde weder auf die Forderungen eingehen noch zahlen. Nach Angaben des Unternehmens wurden beide Vorfälle auf Mitglieder des Support-Teams zurückgeführt, nicht auf externe Angreifer. Der erste Fall datiert auf Februar 2025: Kraken erhielt einen Hinweis auf ein Video, das in einem kriminellen Forum kursierte. Der betroffene Mitarbeiter wurde identifiziert, Zugriffe wurden entzogen und eine interne Untersuchung eingeleitet. Ein zweiter, ähnlicher Vorfall wurde kürzlich nach einem weiteren Hinweis und Video entdeckt; Kraken entzog erneut die Zugriffsrechte und informierte betroffene Nutzer. Der Umfang sei begrenzt gewesen: Betroffen war demnach der Zugriff auf Support-Daten, wobei etwa 2.000 Konten potenziell eingesehen wurden – rund 0,02% der Nutzerbasis. Kraken sprach von einer "sehr kleinen Zahl" betroffener Kunden; diese seien bereits benachrichtigt worden. Das Unternehmen hob hervor, dass keine Gelder gefährdet waren und zentrale Systeme nicht kompromittiert wurden. Kurz nachdem die Zugriffe der betreffenden Personen entzogen worden waren, habe Kraken Erpressungsforderungen erhalten. Die Hintermänner hätten damit gedroht, Material aus beiden Vorfällen an Medien sowie über soziale Plattformen zu verbreiten, falls die Börse nicht nachgebe. Kraken wies dies zurück und erklärte, man werde "niemals mit böswilligen Akteuren verhandeln". Kraken teilte außerdem mit, man arbeite mit Strafverfolgungsbehörden in mehreren Jurisdiktionen zusammen und gehe davon aus, dass ausreichende Beweise zur Identifizierung der Verantwortlichen vorlägen. Zugleich warnte die Börse vor einem breiteren Trend gezielter Anwerbeversuche von Insidern, der nicht nur Kryptounternehmen, sondern auch Firmen aus der Gaming- und Telekommunikationsbranche treffe. Zusammenfassung: Kraken zufolge gab es keinen Einbruch, obwohl ein Erpressungsversuch an interne Zugriffe geknüpft war, die rund 2.000 Konten betrafen. Der Fall unterstreicht wachsende Risiken durch Insider-Rekrutierung, auch wenn Kernsysteme und Kundengelder sicher blieben.