JPMorgan: Bitcoin löst Gold zunehmend als Inflationsschutz ab
JPMorgan sieht Bitcoin in Phasen globaler wirtschaftlicher Unsicherheit immer häufiger vor Gold als Absicherung gegen Kaufkraftverlust. Laut einem von CoinDesk aufgegriffenen Hinweis der Bank zeigen vor allem ETF-Daten eine Verschiebung: Bitcoin-ETFs verzeichneten drei Monate in Folge Zuflüsse, während Gold-ETFs zuletzt schwächer abschnitten.
Seit Ausbruch des Iran-Konflikts legte Bitcoin demnach um knapp 19% zu, während Gold in Summe rund 5% nachgab. JPMorgan wertet die Entwicklung als Zeichen dafür, dass sowohl institutionelle als auch private Anleger ihre "monetäre Absicherung" zunehmend von Gold hin zu Bitcoin verlagern. Treiber seien die wachsende institutionelle Nutzung sowie der leichtere Zugang über Bitcoin-ETFs.
Die Bank verweist auf einen deutlichen Unterschied bei den Mittelbewegungen in ETF-Produkten:
- März 2026: Bitcoin-ETFs verbuchten Zuflüsse von 1,32 Mrd. US-Dollar und damit den ersten positiven Monat des Jahres. Globale Gold-ETFs hatten Abflüsse von mehr als 3 Mrd. US-Dollar. In einer März-Woche verzeichnete der größte US-Gold-ETF die stärksten Rücknahmen seit zwei Jahren, während Bitcoin-ETFs per saldo ins Plus drehten.
- April 2026: Bitcoin-ETFs zogen weitere 2,44 Mrd. US-Dollar an, der höchste Monatszufluss des Jahres. BlackRocks IBIT machte dabei nahezu 70% der gesamten Zuflüsse in Bitcoin-ETFs aus. Globale Gold-ETFs erholten sich mit Zuflüssen von 6,6 Mrd. US-Dollar, vor allem getragen von Nachfrage aus Asien, darunter China und Indien.
- Mai 2026: Bitcoin-ETFs erhielten bislang 1,38 Mrd. US-Dollar an neuen Zuflüssen.
JPMorgan interpretiert die anhaltenden Zuflüsse als Hinweis darauf, dass Institutionen Bitcoin zunehmend als attraktivere Absicherung gegen Währungsabwertung sehen als Gold. In diesem Kontext wird auch diskutiert, ob die Umschichtung von Gold in Bitcoin den Kurs in Richtung eines neuen Rekordniveaus von 126.000 US-Dollar treiben könnte.
Am Spotmarkt nahm Bitcoin zuletzt nach einer Rallye etwas Tempo heraus. Nach einem Anstieg bis nahe 82.739 US-Dollar fiel der Kurs unter 79.500 US-Dollar, nachdem Trader Gewinne realisierten. Marktteilnehmer werten die Bewegung überwiegend als gesunde Korrektur, nicht als Trendwende. Viele sehen eine Aufbauphase einer tragfähigen Unterstützungszone, bevor ein erneuter Angriff auf den Widerstand bei 83.000 US-Dollar möglich wird.