Fed-Chef-Kandidat zeigt Offenheit für Krypto – KelpDAO-Hack schürt DeFi-Sorgen
Der Vertrauensschaden im DeFi-Sektor wächst: Nach dem Hack bei KelpDAO in Höhe von 292 Mio. US-Dollar rückt das Thema Sicherheitsrisiken erneut in den Fokus. Parallel setzt die US-Notenbankdebatte neue Akzente, während Großbritannien eine breitere Einbindung von Stablecoins in das Zahlungsökosystem vorantreibt. Das waren die wichtigsten Krypto-Schlagzeilen der letzten 48 Stunden.
Fed-Chef-Kandidat Kevin Warsh stärkt Digital Assets den Rücken
Der von Präsident Donald Trump als Fed-Vorsitzender nominierte Kevin Warsh betonte die Rolle von Krypto im US-Finanzsystem. In der Anhörung vor dem Senate Banking Committee am Dienstag sagte Warsh, digitale Vermögenswerte seien bereits Teil des Gefüges der US-Finanzdienstleistungsbranche. Er antwortete damit auf eine Frage von Senatorin Cynthia Lummis, die wissen wollte, ob die Fed eine stärkere Integration und weitere Investitionen unterstützen werde.
Die Aussagen passen zu Warsh's jüngsten Offenlegungen zu Investments in mehreren Krypto-Projekten. Skepsis kam aus dem demokratischen Lager: Die ranghöchste Demokratin im Ausschuss, Senatorin Elizabeth Warren, warnte, Warsh könne zum "sock puppet" für Trumps Krypto-Interessen werden.
Nach der Anhörung zog Bitcoin an und stieg am Mittwoch auf 78.000 US-Dollar – der höchste Stand seit Februar.
Jefferies warnt vor DeFi-Ansteckung – bremst das die Tokenisierung an der Wall Street?
Die Investmentbank Jefferies LLC sieht in dem 292-Mio.-US-Dollar-Exploit bei KelpDAO und den Folgewirkungen einer DeFi-"Ansteckung" ein Risiko für die Tokenisierungspläne traditioneller Finanzhäuser. Der Vorfall löste laut Jefferies eine Phase erhöhter Nervosität aus und ging mit einem Abfluss von 15 Mrd. US-Dollar bei Aave einher, der führenden DeFi-Kreditplattform.
Andrew Moss, Research-Analyst bei Jefferies LLC, sagte Bloomberg, ein möglicher Vertrauensverlust berge kurzfristig wie langfristig Risiken – unabhängig davon, wer am Ende verantwortlich sei. Die Ausweitung von Tokenisierungsvorhaben bei Banken, Fintechs und weiteren Akteuren könne sich "vorübergehend verlangsamen", während Unternehmen das Risiko neu bewerten. Tokenisierung habe zuletzt auch wegen größerer regulatorischer Klarheit an Tempo gewonnen, dennoch gelte: Die junge Digital-Asset-Branche brauche weiterhin Zeit, um zu reifen.
Großbritannien plant ein integriertes Zahlungsregelwerk
Das britische Finanzministerium kündigte ein einheitliches regulatorisches Rahmenwerk an, das klassische Zahlungen, Stablecoins und tokenisierte Einlagen abdeckt. Treasury- und City-Ministerin Lucy Rigby erklärte am Dienstag, der Schritt solle den britischen Zahlungssektor für eine Zukunft schneller finanzieller Innovation rüsten. In Kürze sollen Öffentlichkeit und Stakeholder zur Stellungnahme eingeladen werden.
Bemerkenswert: Auch agentenbasierte Zahlungen (agentic payments) sollen in den Vorschlag einbezogen werden. Rigby zufolge könnte sich das Vereinigte Königreich damit als globaler Fintech-Standort positionieren – ein Wettbewerb, in dem auch die USA, Hongkong und andere Jurisdiktionen um die Spitzenplätze ringen.
Fazit
Warsh's pro-Krypto-Töne stoßen in der Branche auf Zustimmung, sorgen politisch aber für Gegenwind bei den Demokraten. Jefferies warnt, dass die DeFi-Turbulenzen und die damit verbundenen 15 Mrd. US-Dollar Abflüsse bei Aave die Wall Street dazu bringen könnten, Tokenisierung und weitere Engagements vorerst zu pausieren.