Japan bringt Gesetzesvorlage auf den Weg: Krypto soll als Finanzinstrument gelten
Japan treibt eine Neuausrichtung seiner Krypto-Regulierung voran. Das Kabinett hat eine Gesetzesvorlage gebilligt, die Krypto-Assets künftig stärker wie klassische Anlageprodukte behandeln soll – ähnlich Aktien oder Anleihen. Nach der parlamentarischen Beratung könnten die neuen Regeln bei Annahme bis 2027 in Kraft treten.
Ausgearbeitet wurde der Entwurf von der Financial Services Agency (FSA). Im Mittelpunkt stehen mehr Anlegerschutz und Transparenz. Vorgesehen sind unter anderem erweiterte Offenlegungspflichten sowie ein Verbot von Insiderhandel auf Basis nicht öffentlicher Informationen. Emittenten von Krypto-Assets sollen zudem jährlich Berichte vorlegen.
Damit vollzieht Japan einen Kurswechsel: Bislang fielen Kryptowährungen im Wesentlichen unter den Payment Services Act und wurden primär als Zahlungs- und Abwicklungsinstrumente reguliert – ein Ansatz, der nach dem Zusammenbruch von Mt. Gox verankert wurde. Mit der breiteren Nutzung hat sich die Rolle digitaler Vermögenswerte aus Sicht der Behörden verschoben. In Japan gibt es inzwischen mehr als 13 Millionen Krypto-Konten; viele Nutzer betrachten Krypto vor allem als Investment. Der Entwurf spiegelt diese Entwicklung wider und rückt Krypto in Richtung wertpapierähnlicher Aufsicht.
Auch die Terminologie soll angepasst werden: Aus "crypto asset exchange operators" würden "crypto asset trading operators", um sich stärker an Begrifflichkeiten aus der traditionellen Finanzwelt zu orientieren.
Parallel sieht der Entwurf deutlich härtere Sanktionen vor. Unlizenzierte Anbieter sollen mit bis zu zehn Jahren Haft rechnen müssen (bisher drei Jahre). Geldbußen würden von 3 Millionen Yen auf 10 Millionen Yen steigen. Hintergrund sind laut Berichten hunderte Beschwerden pro Monat, die bei den Aufsichtsbehörden eingehen – ein Signal für erhöhten Handlungsbedarf bei Betrug und Fehlverhalten.
Die Reform könnte den Markt nachhaltig verändern: Eine Einstufung als Finanzinstrument dürfte institutionelles Interesse stärken und die Branche professionalisieren. Zugleich könnten strengere Vorgaben kleinere Anbieter unter Druck setzen und die Konsolidierung zugunsten größerer Unternehmen beschleunigen.
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