Japan stuft Krypto unter neuem Gesetz als Finanzinstrumente ein

Die japanische Regierung hat eine Novelle des Financial Instruments and Exchange Act gebilligt. Damit sollen Kryptowährungen erstmals offiziell als Finanzinstrumente gelten – ein grundlegender Kurswechsel in der Regulierung digitaler Vermögenswerte. Kernpunkte der geplanten Reform: Die Finanzaufsicht Financial Services Agency (FSA) will bis zum Fiskaljahr 2027 strengere Regeln gegen Insiderhandel durchsetzen. Parallel dazu steht ein Vorschlag im Raum, die maximale Steuer auf Krypto-Gewinne von 55% auf 20% zu senken, um digitale Assets steuerlich an japanische Aktien anzugleichen. Zudem sollen nicht registrierte Anbieter mit deutlich härteren Strafen belegt werden: Bis zu 10 Jahre Haft und Geldbußen von bis zu $62,800 (¥10 million) statt bisher rund $18,800 (¥3 million) sollen die Markttransparenz stärken. Nach Angaben lokaler Medien sieht der Gesetzentwurf unter anderem ein Verbot von Transaktionen auf Basis nicht öffentlicher Informationen vor. Emittenten von Kryptowährungen sollen verpflichtet werden, jährlich Informationen offenzulegen, um ein stabileres Marktumfeld zu fördern. Registrierte Unternehmen würden zudem von "crypto asset exchange business" zu "crypto asset trading business" umklassifiziert – ein Signal, dass der Staat Krypto stärker als Anlageprodukt einordnet. Bislang fielen Kryptowährungen in Japan überwiegend unter den Payment Services Act, da sie primär als Zahlungsmittel reguliert wurden. Mit der wachsenden Bedeutung als Investment soll die Aufsicht nun in den Rahmen des Financial Instruments and Exchange Act überführt werden, also näher an die Regeln für traditionelle Wertpapiere. Finanzministerin Satsuki Katayama bekräftigte nach der Kabinettssitzung die Zielsetzung der Regierung: "We will expand the supply of growth capital in response to changes in financial and capital markets, and ensure fairness and transparency in the market and investor protection," sagte Katayama. Zusammen mit der diskutierten Steuerentlastung ergibt sich eine Doppelstrategie: schärfere Compliance-Anforderungen zum Schutz von Anlegern, bei gleichzeitig attraktiveren steuerlichen Rahmenbedingungen zur Förderung von Innovation. Beobachter sehen darin einen möglichen Standortvorteil für Japan, sofern die Balance aus strengeren Regeln und fiskalischer Entlastung aufgeht.