Invesco übernimmt tokenisierten US-Treasury-Fonds (900 Mio. US-Dollar) von Superstate; ParaFi sammelt 125 Mio. US-Dollar für neuen Fonds ein
Wichtige Entwicklungen der vergangenen 24 Stunden im Krypto- und Onchain-Finance-Sektor:
Invesco steigt in tokenisierte US-Staatsanleihen ein
Laut CoinDesk übernimmt der US-Vermögensverwalter Invesco (verwaltetes Vermögen: 2,2 Bio. US-Dollar) den tokenisierten US-Treasury-Fonds von Superstate. Der Fonds "USTB" investiert in kurzlaufende US-Staatsanleihen und verwaltet mittlerweile mehr als 900 Mio. US-Dollar, womit er zu den größten tokenisierten Treasury-Produkten zählt. Die vollständige Umstellung soll im 2. Quartal 2026 abgeschlossen sein. Dann wird das Produkt in "Invesco Short Duration US Government Securities Fund" umbenannt, Ticker und Token-Struktur bleiben erhalten. Invesco positioniert sich damit im rund 12 Mrd. US-Dollar großen Markt für tokenisierte US-Treasuries und tritt in Konkurrenz zu BlackRock, Franklin Templeton und Fidelity.
WSJ: NYSE entwickelt Tokenisierungsplattform mit Securitize
Wie das Wall Street Journal berichtet, arbeitet die New York Stock Exchange mit Securitize an einer Plattform für tokenisierte Wertpapiere.
China verschärft Compliance-Regeln für Staatsunternehmen – Annahme von "Kryptowährungen" untersagt
Nach Angaben der People's Daily haben das Generalbüro des ZK der KPCh und das Generalbüro des Staatsrats neue Regeln zur "sauberen Geschäftsführung" für Führungskräfte staatseigener Unternehmen veröffentlicht. Artikel 7 untersagt u. a. die Annahme von Geschenken, Bargeld oder virtuellen Währungen von verbundenen Unternehmen sowie weitere Formen der Vorteilsnahme (u. a. Geschäfte zu unangemessenen Preisen, Profite ohne Kapitaleinsatz, verdeckte Beteiligungen, private Kreditgeschäfte mit hohen Renditen, Nutzung von Insiderinformationen, Veruntreuung oder Zweckentfremdung von Unternehmensvermögen). Verstöße sollen disziplinarisch und rechtlich geahndet werden.
YZi Labs wirft CEA Industries strukturelles Governance-Versagen vor
YZi Labs kritisiert CEA Industries (Nasdaq: BNC) nach deren SEC-Einreichungen (Form 10-Q und 8-K vom 16. März 2026) wegen wesentlicher Schwächen in den internen Kontrollen der Finanzberichterstattung. Genannt werden u. a. eine frühere Personalunion von CEO sowie Chief Financial and Accounting Officer und unzureichende Kontrollen in Bereichen wie Umsatz, Steuern und aktienbasierter Vergütung. Zudem verurteilt YZi Labs eine Trennungsvereinbarung mit Ex-CEO David Namdar im geschätzten Gesamtwert von rund 1,98 Mio. US-Dollar, darunter 375.000 US-Dollar rückwirkende Beratungshonorare, ca. 276.000 US-Dollar künftige monatliche Consulting Fees, ca. 434.300 US-Dollar Barausgleich für einen nicht von Aktionären genehmigten Equity-Plan sowie eine Abfindung in Höhe von 900.000 US-Dollar, gekoppelt an Restriktionsklauseln. YZi Labs sieht diese Klauseln als Instrument in einem Kontrollkampf. Zusätzlich verweist YZi Labs auf 2 Mio. US-Dollar an Quartalsgebühren an eine von dem amtierenden Director Hans Thomas kontrollierte Asset-Management-Einheit (kumuliert 3,8 Mio. US-Dollar seit dem 7. Juni 2025) sowie auf eine Abweichung von 17.648 Warrants in der 10-Q-Einreichung. Investment-Partner Alex Odagiu fordert öffentliche Begründungen, einen Plan zur Behebung der Kontrollschwächen und volle Transparenz zu den Restriktionen.
Ethereum Foundation skizziert neue Arbeitsteilung zwischen L1 und L2
Die Ethereum Foundation hat ihre Sicht auf die Rollen von Layer 1 und Layer 2 aktualisiert. L2s sollen demnach zunehmend für differenzierte Funktionen, maßgeschneiderte Services und autonome "Zonen" stehen; Skalierung wird zur nachgelagerten Aufgabe. L1 bleibt als erlaubnisfreier, hochresilienter globaler Settlement-Layer mit Fokus auf Zensurresistenz, Open Source, Privatsphäre und Sicherheit sowie als gemeinsamer State-, Liquiditäts- und DeFi-Hub. L2s sollen eigene Onchain-Ökonomien entwickeln und zugleich Ethereums Kernattribute breiter zugänglich machen. Stark mit L1 integrierte L2s sollen synchronisierte Komponierbarkeit, vollständige Interoperabilität, geteilte Liquidität und Stage-2-Mechanismen anstreben. Die Foundation kündigt weitere Investitionen an, um L2s bei sicherem Cross-Layer-Liquiditätszugang zu unterstützen, und betont Transparenz sowie Verifizierbarkeit der Sicherheitsannahmen.
Solana Foundation: Datenschutz als Voraussetzung für institutionelle Adoption
Laut CoinDesk veröffentlicht die Solana Foundation den Bericht "Privacy on Solana: A Comprehensive Approach for Enterprises". Kernaussage: Unternehmen benötigen flexible Datenschutzkontrollen; Privacy soll als konfigurierbares Feature statt als Kompromiss verstanden werden. Der Bericht unterscheidet vier Modelle: Pseudonymität, Vertraulichkeit, Anonymität und umfassende Privacy-Systeme. Zudem wird argumentiert, dass Solanas Durchsatz und niedrige Latenz fortgeschrittene Privacy-Technologien nahezu in Netzwerkgeschwindigkeit ermöglichen (z. B. verschlüsselte Orderbücher oder private Kreditrisikoberechnungen). Vorgeschlagen werden auch "Audit Keys", mit denen benannte Stellen Transaktionen bei Bedarf entschlüsseln können, um Privacy und Regulierung zusammenzubringen.
Tether beauftragt Big-Four-Wirtschaftsprüfer für erste Vollprüfung
Tether teilt mit, eine Vereinbarung mit einer Big-Four-Prüfungsgesellschaft geschlossen zu haben, um erstmals eine vollständige unabhängige Abschlussprüfung (Audit) durchzuführen. Geprüft werden komplexe Strukturen aus digitalen Assets, traditionellen Reserven und tokenisierten Verbindlichkeiten. Die Marktkapitalisierung von USD₮ liege inzwischen über 184 Mrd. US-Dollar, mit mehr als 550 Mio. Nutzern weltweit. CEO Paolo Ardoino betont, Ziel sei eine Vollprüfung über branchenübliche "Attestations" hinaus.
Solana startet Solana Developer Platform (SDP) für die KI-Ära
Die Solana Foundation kündigt die Solana Developer Platform (SDP) an, eine API-basierte Entwicklerplattform, über die Unternehmen und Finanzinstitute Finanzprodukte auf Solana erstellen und ausrollen können. SDP bündelt Infrastruktur in einer einheitlichen Oberfläche. Drei API-Module: "Issuance" (tokenisierte Einlagen, GENIUS-konforme Stablecoins, tokenisierte Real-World Assets), "Payments" (Fiat- und Stablecoin-Transfers inkl. On-/Offramps; B2B, B2C, P2P) und "Trading" (u. a. Atomic Swaps, Liquidity Pools). Issuance und Payments sind live, das Trading-Modul soll Ende 2026 folgen.
Russland: Gesetzesvorhaben soll Handel mit großen Kryptowährungen ermöglichen
Nach Cryptopolitan hat Russlands Legislative Activity Committee einen Gesetzentwurf zur Regulierung des Kryptohandels gebilligt. Gelistet werden dürfen demnach Assets mit durchschnittlicher Marktkapitalisierung von über 5 Billionen Rubel (ca. 60 Mrd. US-Dollar) in den letzten zwei Jahren, durchschnittlichem Tagesvolumen von mindestens 1 Billion Rubel (ca. 12 Mrd. US-Dollar) und mindestens fünf Jahren Handelshistorie. Bitcoin, Ethereum und Solana erfüllen diese Kriterien. Die Zentralbank soll die zulässige Liste festlegen; die Financial Intelligence Agency kann bestimmte Kryptowährungen auf eine Blacklist setzen, Privacy Coins wären vom Handel ausgeschlossen. Kryptowährungen und Stablecoins werden als "monetäre Vermögenswerte" klassifiziert; jährliche Investitionen privater Bürger sollen unter 4.000 US-Dollar begrenzt werden. Bußgelder: bis zu 1 Mio. Rubel für nicht konforme Börsen, bis zu 2,5 Mio. Rubel für illegales Mining; groß angelegtes illegales Mining kann mit bis zu fünf Jahren Haft geahndet werden.
Entwurf des CLARITY Act: Erträge allein durch Stablecoin-Halten sollen verboten werden
Laut CoinDesk wurde in einer überarbeiteten Fassung des Senate Digital Asset Market Clarity Act eine Klausel zu Stablecoin-Rewards diskutiert. Die neue Passage, vorgestellt von den Senatoren Angela Alsobrooks und Thom Tillis, soll Renditen verbieten, die ausschließlich durch das Halten von Stablecoins entstehen. Programme dürfen nicht bankähnlichen Einlagen ähneln; weitere Einschränkungen sind vorgesehen, während die Abgrenzung zulässiger Rewards über Aktivitätskriterien noch unklar bleibt. Hintergrund sind Verhandlungen zwischen Kryptoindustrie und Banken, die verhindern wollen, dass Rewards wie verzinste Bankeinlagen wirken. Ein geschlossener Review soll eine Anhörung im Senate Banking Committee anstoßen. Eine ähnliche Version des Gesetzes passierte im Vorjahr das Repräsentantenhaus; eine weitere Variante hat den Markup-Prozess im Senate Agriculture Committee durchlaufen. Streitpunkte bleiben u. a. ein DeFi-Regulierungsrahmen sowie eine von Demokraten geforderte Regel, die hochrangigen Regierungsmitgliedern persönliche Profite aus der Kryptobranche untersagen würde.
ParaFi sammelt 125 Mio. US-Dollar für neuen Fonds ein
Bloomberg zufolge hat der New Yorker Digital-Asset-Manager ParaFi im März 125 Mio. US-Dollar für einen neuen Fonds eingesammelt, unterstützt vom KKR-Mitgründer Henry Kravis. Seit Anfang 2025 habe ParaFi insgesamt 325 Mio. US-Dollar für bestehende Strategien aufgenommen. Das verwaltete Vermögen liegt bei rund 2 Mrd. US-Dollar. Gründer Ben Forman nennt Investments u. a. in Polymarket, Bitwise und Anchorage; künftig liege der Fokus auf Stablecoins, Tokenisierung und institutioneller Onchain-Finanzierung.
Polymarket erweitert Gebührenmodell ab 30. März
Laut Cointelegraph führt Polymarket ab dem 30. März ein erweitertes Gebührenmodell mit variablen Sätzen ein. Gebühren sollen künftig auch Märkte aus Finanzen, Politik, Wirtschaft, Kultur, Wetter und Technologie abdecken, nicht nur Krypto und Sport.
Japan: LDP gründet Taskforce für Blockchain-Finanzstrategie
Japans Liberaldemokratische Partei (LDP) startet die Gruppe "Next-Generation AI and On-Chain Finance Vision Project Group". Initiator ist der frühere Digitalminister Masaki Hirai; Direktor ist Seiji Kihara (ehem. Finanzministerium, Vorsitzender der LDP-Parlamentsallianz zur Blockchain-Förderung). Ziel ist ein nationales, KI-gestütztes Onchain-Finance-Rahmenwerk. Hirai betont, die Disruption der Finanzbranche werde in wenigen Jahren spürbar, nicht erst in 5 bis 10 Jahren. Trotz bestehender Bausteine wie JPYC, dem Stablecoin-Projekt von Mitsubishi UFJ, Sumitomo Mitsui und Mizuho sowie tokenisierten Einlagen der Japan Post Bank fehle eine übergreifende Blaupause. Kurzfristig soll ein Whitepaper mit Reformvorschlägen (u. a. Trust Law, Einlagensicherung, KYC) folgen; zudem soll die Financial Services Agency und das Finanzministerium zu schnellerer Regulierung gedrängt werden.
Nasdaq will Calypso und Marktüberwachung mit Talos integrieren
Cointelegraph zufolge plant Nasdaq, seine Calypso-Risiko- und Collateral-Plattform sowie sein Trading-Surveillance-System mit den institutionellen Trading-Tools von Talos zu verbinden. Ziel ist ein einheitlicher Workflow für tokenisiertes Collateral und die Überwachung von Krypto- und traditionellen Assets auf Marktmanipulation. Nasdaq verweist auf interne Forschung, wonach rund 35 Mrd. US-Dollar an Sicherheiten in "korrigierenden, nicht verzinsten Maßnahmen" gebunden seien.
Ledger schließt Secondary-Deal über 50 Mio. US-Dollar ab
Das in Paris ansässige Digital-Assets-Unternehmen Ledger hat eine sekundäre Eigenkapitaltransaktion über 50 Mio. US-Dollar abgeschlossen. CEO Pascal Gauthier sagt, ein IPO sei kurzfristig nicht geplant. Die Transaktion wurde im 4. Quartal des Vorjahres umgesetzt; ein Frühinvestor veräußerte dabei seinen Anteil. Eine Bewertung wurde nicht genannt.
Circle friert USDC-Guthaben in 16 Business-Hot-Wallets ein
Marktquellen zufolge hat Circle am Vorabend USDC-Bestände in 16 Hot Wallets von Krypto-Unternehmen eingefroren. Betroffene verweisen auf ein laufendes US-Zivilverfahren, Details wurden nicht veröffentlicht. ZachXBT zufolge wirken die Adressen wie getrennte Wallets von Börsen, Casinos und Forex-Plattformen ohne erkennbare Verbindung; die Maßnahme habe Betriebsabläufe gestört.
Meme-Token-Trends (GMGN, Stand: 25. März, 09:00)
Top 5 auf Ethereum (24h): SHIB, LINK, PEPE, UNI, ONDO
Top 5 auf Solana (24h): Punch, neet, Buttcoin, WOJAK, testicle
Top 5 auf Base (24h): PEPE, BASED, B3, SKYA, TOSHI
Lesetipps aus den vergangenen 24 Stunden
- "When Backpack betrays the community": Kritik an der Airdrop-Verteilung rund um den Token-Launch von $BP und Vorwürfe zu "Sybil"-Flagging.
- "CZ in Washington": Auftritt beim DC Blockchain Summit, Ankündigung einer Gefängnismemoire, Kritik an Mainstream-Medien und Forderung nach mehr Wettbewerb zur Senkung von Transaktionskosten.
- "When gold is no longer a safe haven": Einordnung des gleichzeitigen Abverkaufs über mehrere Assetklassen; Öl als Ausnahme.
- "Dragonfly partner": Zweifel an der These, dass Agent-Commerce zwangsläufig Stablecoin-Zahlungen durchsetzt; Diskussion zu FBO-Architektur und Gebührenlogik.