FINANZEN: IWF warnt vor globaler Staatsverschuldung nahe dem Zweiten-Weltkrieg-Niveau – Ära des billigen Geldes vorbei
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat neue Daten vorgelegt, wonach die weltweite öffentliche Verschuldung 2025 bei 93,9% des BIP liegt und bis 2028 voraussichtlich die Marke von 100% überschreiten wird – ein Niveau, das außerhalb des Zweiten Weltkriegs kaum erreicht wurde. Zugleich sind die Finanzierungskosten in kurzer Zeit stark gestiegen: In vielen Fällen haben sich die Zinsen verdoppelt oder verdreifacht. In den USA kletterten die Nettozinszahlungen von 2% des BIP vor der Pandemie auf 4,2% im Jahr 2025 und liegen damit über den Verteidigungsausgaben.
Die IWF-Vertreter Era DablaNorris und Rodrigo Valdes aus der Abteilung Fiscal Affairs betonen, Regierungen könnten schwierige haushaltspolitische Entscheidungen nicht länger durch günstige Kreditaufnahme aufschieben. In Ländern mit niedrigem Einkommen verschlingen Zinszahlungen im Schnitt bereits 21% der Steuereinnahmen.
Der Beitrag warnt, dass anhaltende Defizite nationale Einkommen zunehmend in Richtung Gläubiger umverteilen – zulasten öffentlicher Leistungen – und die nächste Generation am Ende die Rechnung trägt. In einer Umfrage wussten nur 42% der Befragten, dass höhere Steuern oder Ausgabenkürzungen ein Defizit reduzieren würden. Der IWF sieht in dieser Vertrauens- und Verständniskluft einen zentralen Faktor für jede Reformstrategie.