Hyperliquid-Deal um USDC dürfte Stablecoin-Erträge in den HYPE-Token umleiten
BlockBeats, 19. Mai: Ein USDC-Abkommen zwischen Hyperliquid, Coinbase und Circle verschiebt die Ertragsverteilung im Stablecoin-Geschäft zulasten der Emittenten und zugunsten von Krypto-Börsen. Analysten erwarten daraus anhaltenden Kaufdruck für den Token HYPE, während sich die Margen von Circle und Coinbase eintrüben könnten.
Die Partnerschaft, die am vergangenen Donnerstag bekannt gegeben wurde, macht Circles USDC zum offiziellen "aligned quote asset" auf Hyperliquid. Coinbase fungiert als primärer Verwahrer für den Großteil des USDC-Bestands im Netzwerk; Circle bleibt für Prägung, Rücknahme und die Crosschain-Infrastruktur zuständig.
Konkrete Details zur Umsatzbeteiligung wurden nicht veröffentlicht. Der Mechanismus bedeutet laut Einschätzungen, dass Hyperliquid künftig den Großteil der Reserveerträge aus USDC-Einlagen auf der Plattform vereinnahmt – bis zu 90%. Diese Erträge flossen bislang überwiegend an die Stablecoin-Anbieter Circle und Coinbase.
Ryan Watkins, Mitgründer von Syncracy Capital, bezeichnete die Kooperation als womöglich wichtigste Ankündigung Hyperliquids in diesem Jahr. Aus seiner Sicht verändert der Deal das Geschäftsmodell grundlegend, weil das Protokoll nun sowohl Handelsgebühren als auch Stablecoin-Erträge abschöpft. Durch Revenue-Sharing könne der Umsatz stärker mit der Einlagengröße skalieren und nicht nur mit dem Handelsvolumen. Da Einlagen in Abschwungphasen typischerweise stabiler seien als die Handelsaktivität, könnten Token-Rückkäufe dadurch robuster über Marktzyklen hinweg werden.
Aktuell liegen die USDC-Einlagen auf Hyperliquid bei über 5 Mrd. US-Dollar. Watkins beziffert den potenziellen jährlichen Revenue-Sharing-Zufluss für Protokoll und Token-Rückkäufe auf rund 135 Mio. bis 160 Mio. US-Dollar. Sollten die Stablecoin-Bestände weiter wachsen, könnten allein aus der Umsatzbeteiligung langfristig zusätzlich 300 Mio. bis 500 Mio. US-Dollar an annualisiertem Umsatz entstehen.
Diese Perspektive habe HYPE zuletzt zu einem der stärksten Krypto-Performer gemacht: Der Token legte in der vergangenen Woche um fast 10% zu – gegen den schwachen Trend im breiteren Kryptomarkt.
Analysten von Compass Point, Ed Engel und Mike Donovan, schätzen, dass das Protokoll das kombinierte jährliche EBITDA von Circle und Coinbase um etwa 60 Mio. bis 80 Mio. US-Dollar drücken könnte. Begründung: Beide Unternehmen teilten die Reserveerträge mit Hyperliquid bislang in einem Umfang, der deutlich über dem Niveau früherer Vereinbarungen liege. Sie veranschlagen zudem, dass Hyperliquids aktuelles USDC-Angebot von rund 5,1 Mrd. US-Dollar zusammen etwa 180 Mio. US-Dollar jährlichen Bruttogewinn für Coinbase und Circle generieren könnte. Gleichzeitig warnen sie, dass auch Protokolle wie Polymarket und Jupiter vergleichbare Konditionen einfordern könnten.