Hyperliquid droht im Markt für Perpetuals Konkurrenz durch klassische Börsen
Laut einem CoinDesk-Bericht sieht Arthur Hayes den kometenhaften Aufstieg von Hyperliquid im Onchain-Markt für Perpetual-Kontrakte der vergangenen zwei Jahre als potenziell nicht dauerhaft an. Mit zunehmender Dynamik bei Derivaten auf Realweltwerte könnten traditionelle Börsenplätze sowie große zentralisierte Plattformen in das Segment drängen und Marktanteile angreifen.
Hayes führt das aktuelle Wachstum vor allem auf die Nachfrage nach Handel am Wochenende zurück, insbesondere bei klassischen Basiswerten wie Rohöl. Diese Märkte seien oft weniger liquide, wiesen aber starke Preisschwankungen auf. Das habe bei mehr Marktteilnehmern den Blick auf die Preisfindung über Krypto-Plattformen geschärft.
Seit dem Upgrade im Oktober 2025 ermöglicht Hyperliquid Derivate auf Realweltwerte wie Gold und Silber. Das Unternehmen teilte in dieser Woche mit, dass das gesamte Open Interest in diesen Märkten 3 Mrd. US-Dollar erreicht habe.
Im Mittelpunkt steht zudem der Rückkaufmechanismus: Hyperliquid verwendet laufende Einnahmen aus Handelsgebühren, um HYPE-Token am Markt zurückzukaufen und einen Teil dauerhaft aus dem Umlauf zu nehmen. Das soll die Knappheit erhöhen. Hayes warnt, dass der Mechanismus bei einem abrupten Rückgang des Handelsvolumens unter Druck geraten könnte.
Daten eines Dune-Dashboards zufolge hat Hyperliquid insgesamt 26,6 Mio. HYPE-Token zurückgekauft und rund 579.600 Token verbrannt. Zum aktuellen Kurs entspricht das einem geschätzten Rückkaufvolumen von etwa 1,56 Mrd. US-Dollar.
Bemerkenswert: Hayes galt zuvor als überzeugter Unterstützer von HYPE und äußerte sich öffentlich positiv, als der Token neue Höchststände markierte. Einen Tag nach dem Interview erklärte er in sozialen Medien, seine gesamte HYPE-Position verkauft zu haben. HYPE notiert derzeit bei rund 59 US-Dollar, etwa 14% niedriger als vor sieben Tagen, nachdem der Kurs in der Vorwoche über 75 US-Dollar gelegen hatte.
Hayes erwartet, dass große traditionelle US-Börsen ihren Einstieg in den Markt für Perpetual-Futures beschleunigen. Perpetual-Kontrakte haben kein Verfallsdatum; Positionen können unbegrenzt gehalten werden, während Funding-Raten den Preis eng an den Spotmarkt binden. Innerhalb des nächsten Jahres könnten nach seiner Einschätzung liquide, vergleichbare Produkte aus dem traditionellen Finanzsystem auf den Markt kommen und direkter mit Onchain-Plattformen konkurrieren.