Hyperliquid: HYPE legt zu, Trade.xyz startet SPCX – synthetischen SpaceX-Pre-IPO-Perpetual
Der Token HYPE von Hyperliquid hat in den vergangenen 24 Stunden rund 7% zugelegt und damit größere Kryptowährungen übertroffen. Das Umfeld blieb schwach: In der Asien-Sitzung am Montag gaben die wichtigsten Token nach, Bitcoin rutschte zeitweise unter 77.000 US-Dollar. Auslöser der relativen Stärke war ein neues Derivat auf SpaceX: Trade.xyz nahm einen Pre-IPO-Perpetual auf den Hyperliquid-Orderbüchern auf.
Trade.xyz eröffnete gegen 05:16 UTC das Kontraktpaar SPCX-USDC. Dabei handelt es sich um einen Pre-IPO-Perpetual-Futures-Kontrakt, der den vom Markt implizierten Preis der SpaceX-Stammaktie abbilden soll. Der Start-Referenzpreis lag bei 150 US-Dollar. Auf Basis der gemeldeten Aktienzahl von 11,87 Milliarden entspräche das einer fully diluted Marktkapitalisierung von 1,78 Billionen US-Dollar. Nach Angaben von CoinDesk liegt diese Bewertung im Zielkorridor von 1,75 Billionen bis 2 Billionen US-Dollar, den SpaceX demnach für einen Börsengang anpeilt, nachdem das Unternehmen am 1. April vertraulich bei der SEC eingereicht habe.
In den ersten Handelsstunden sprang SPCX bis auf 216 US-Dollar, später pendelte sich der Kurs bei etwa 202,89 US-Dollar ein. Das entspricht einem Tagesplus von rund 12,7% laut Daten von Trade.xyz. In den ersten 24 Stunden kamen etwa 33 Mio. US-Dollar Handelsvolumen zusammen, das Open Interest lag in der Debüt-Session bei rund 21,8 Mio. US-Dollar.
SPCX ist als synthetischer Perpetual konstruiert: Es wechseln keine SpaceX-Aktien den Besitzer. Trader setzen über ein Derivat auf eine implizite Bewertung, die über Referenzpreise, Oracle-Feeds und den Funding-Mechanismus verankert ist. Perpetual Futures haben kein Verfallsdatum; Positionen können offen bleiben, solange ausreichende Margin hinterlegt ist. Je nachdem, ob der Kontraktpreis über oder unter dem Referenzniveau notiert, werden periodisch Funding-Zahlungen geleistet oder vereinnahmt.
Die synthetische Struktur unterscheidet sich von jüngeren Spot-Pre-IPO-Token-Ansätzen, die über Zweckgesellschaften (SPVs) reale Aktien halten wollten. Dieses Modell geriet zuletzt unter Druck: Anthropic und OpenAI warnten, dass Übertragungen über SPVs oder tokenisierte Instrumente gemäß ihren Satzungen ungültig seien. In der Folge fielen tokenisierte Aktienprodukte auf PreStocks laut früheren Berichten um etwa 50%. Da SPCX keine zugrunde liegenden Aktienübertragungen benötigt, entfällt genau dieser Angriffspunkt.
Trade.xyz bezeichnet SPCX als Auftakt einer geplanten Serie von Pre-IPO-Perpetual-Märkten. Offen bleibt, ob private Unternehmen versuchen werden, Derivate zu begrenzen oder anzufechten, die sich auf ihre Bewertungen beziehen. In einzelnen Jurisdiktionen könnten solche Produkte dennoch auf rechtliche oder regulatorische Hürden stoßen.
Zusätzlich könnte SpaceX in öffentlichen Unterlagen stärker sichtbar werden: Das Unternehmen hält 8.285 Bitcoin in Coinbase Prime Custody. Diese Position dürfte nach Einreichung des S-1 auftauchen und würde nach neuen FASB-Regeln, die Ende 2025 in Kraft traten, zum Fair Value bilanziert.
Unterm Strich zeigt SPCX einen neuen Weg, Pre-IPO-Preisfindung in Kryptomärkte zu bringen, ohne zugrunde liegende Aktien zu übertragen. Die frühen Kursbewegungen und das Volumen deuten auf hohe Nachfrage, der zentrale Unsicherheitsfaktor bleibt die rechtliche und regulatorische Einordnung.