Hyperliquid könnte USDC-Erträge in HYPE lenken – Risiko für Margen von Circle und Coinbase
Laut Huo Xing Cai Jing dürfte eine neue Vereinbarung von Hyperliquid mit Coinbase und Circle die Verteilung der Erträge aus Stablecoin-Reserven zugunsten der Krypto-Börse verschieben. Analysten sehen darin potenziell anhaltenden Kaufdruck für den Token HYPE, während sich die Gewinnmargen von Circle und Coinbase verringern könnten.
Die vergangenen Donnerstag angekündigte Abmachung sieht vor, dass Circles Stablecoin USDC auf Hyperliquid als offizieller „aligned quote asset“ eingesetzt wird. Coinbase übernimmt die Rolle des zentralen Treasury-Deployer für den Großteil des USDC im Netzwerk, Circle verantwortet Minting, Rücknahmen sowie die Crosschain-Infrastruktur.
Konkrete Details zur Umsatzteilung wurden nicht offengelegt. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern soll Hyperliquid künftig den Großteil der Reserveerträge aus USDC-Einlagen auf der Plattform vereinnahmen – bis zu 90% –, die zuvor überwiegend an die Emittenten Circle und Coinbase flossen.
Ryan Watkins, Mitgründer von Syncracy Capital, bezeichnete die Kooperation als das aus seiner Sicht wichtigste Hyperliquid-Update des Jahres. Seiner Einschätzung nach verändert die Vereinbarung das Geschäftsmodell grundlegend, weil Hyperliquid neben Trading-Gebühren auch Stablecoin-Erträge abschöpfen kann. Zudem skaliere der Ertrag durch Revenue Sharing stärker mit dem Einlagenvolumen als allein mit dem Handelsvolumen. Da Einlagen in Schwächephasen meist stabiler seien als Handelsaktivität, könnten Token-Rückkäufe dadurch über Marktzyklen robuster werden.
Aktuell liegen die USDC-Einlagen auf Hyperliquid bei über 5 Mrd. US-Dollar. Das Deal-Setup könnte dem Protokoll und den Token-Buybacks laut Watkins rund 135 Mio. bis 160 Mio. US-Dollar jährliche Einnahmen aus USDC-Ertragsteilung bringen. Steigen die Stablecoin-Bestände weiter, hält er langfristig zusätzliche annualisierte 300 Mio. bis 500 Mio. US-Dollar allein aus Yield-Sharing für möglich.
Diese Perspektive hat HYPE zuletzt zu den stärkeren Performern im Kryptomarkt gemacht: Der Token legte in der vergangenen Woche um fast 10% zu – gegen den Trend eines insgesamt schwachen Marktes.
Die Compass-Point-Analysten Ed Engel und Mike Donovan rechnen damit, dass die Vereinbarung das kombinierte jährliche EBITDA von Circle und Coinbase um etwa 60 Mio. bis 80 Mio. US-Dollar drücken könnte, da beide Unternehmen künftig einen deutlich größeren Teil der Reserveerträge abgeben als in früheren Modellen. Bei den aktuellen Zinsen hätte Hyperliquids USDC-Bestand von 5,1 Mrd. US-Dollar zuvor nach ihrer Schätzung rund 180 Mio. US-Dollar jährlichen Bruttogewinn für Coinbase und Circle zusammen generieren können. Zudem warnten sie, dass Protokolle wie Polymarket und Jupiter ähnliche Konditionen einfordern könnten.