Hongkong verschärft Bankvorgaben für Kontoeröffnungen durch Festlandchinesen
Hongkongs Bankenaufseher erschwert Festlandchinesen die Eröffnung und Führung von Anlagekonten in der Metropole. Die Hong Kong Monetary Authority (HKMA) bestätigte am 6. Juni, dass neue Leitlinien in Kraft sind. Banken müssen ihre Kontrollen bei Aufnahme und Betreuung dieser Kundengruppe verschärfen. Grundlage ist ein Rundschreiben der HKMA vom 22. Mai. Die Vorgaben orientieren sich an den strengeren Standards, die die Securities and Futures Commission (SFC) bereits für lizenzierte Brokerhäuser durchgesetzt hat.
Kernpunkt der neuen Regeln sind verschärfte Herkunftsnachweise: Anleger müssen künftig schriftlich erklären, dass ihre Mittel aus rechtmäßigen Quellen außerhalb des chinesischen Festlands stammen. Das ist vor dem Hintergrund strikter chinesischer Kapitalverkehrskontrollen relevant, die Privatpersonen auf Kapitaltransfers von bis zu 50.000 US-Dollar pro Jahr begrenzen.
Zudem sind Banken verpflichtet, Konten zu schließen, die mit fragwürdigen oder gefälschten Unterlagen eröffnet wurden. Auch ruhende Anlagekonten mit einem Kontostand von null sollen aufgelöst werden.
Rückwirkend greift eine zusätzliche Prüfpflicht: Banken müssen sämtliche seit Januar 2023 eröffneten Konten überprüfen und bewerten, ob die bei der Eröffnung eingereichten Dokumente gültig waren.
Aufseher und Branche bemühen sich um Entwarnung. Die HKMA betont, die Aufnahmeprozesse für Kunden vom Festland blieben effizient. Auch der Hong Kong Association of Banks zufolge dürften die höheren Anforderungen Kontoeröffnungen nicht in nennenswertem Umfang beeinträchtigen.