Südkoreas Hana Financial investiert 670 Mio. US-Dollar in Dunamu, Mutter von Upbit

Südkoreas Bankenbranche setzt ein deutliches Signal in Richtung Digital Assets: Die Hana Financial Group investiert in großem Stil in Dunamu, den Betreiber der Kryptobörse Upbit. Nach lokalen Berichten hat die Hana Bank den Kauf eines 6,55%-Anteils an Dunamu im Wert von knapp 1 Billion Won (rund 670 Mio. US-Dollar) genehmigt. Verkäufer ist Kakao Investment, das seine Beteiligung nach Abschluss der Transaktion entsprechend reduziert. Der Schritt gilt als eines der bislang stärksten Anzeichen dafür, dass traditionelle Banken in Südkorea den Umgang mit digitalen Vermögenswerten zunehmend normalisieren. Bislang beschränkte sich die Zusammenarbeit vieler Banken mit Kryptobörsen vor allem auf Realnamen-Handelskonten und Compliance-Partnerschaften. Hana Financial und Dunamu wollen nun deutlich weiter gehen: Geplant sind gemeinsame Angebote rund um blockchainbasierte Finanzdienstleistungen, Stablecoins, Auslandsüberweisungen und Vermögensverwaltung für digitale Assets. Im Zentrum der Kooperation steht Dunamus Blockchain-Netzwerk "Giwa Chain". Beide Unternehmen testen darüber bereits blockchainbasierte Fremdwährungstransfers. Anfang des Jahres wurde ein Pilotprojekt abgeschlossen, das klassische SWIFT-ähnliche Remittance-Prozesse auf eine Blockchain-Infrastruktur übertragen hat. Im April kam eine Zusammenarbeit mit POSCO International für Tests unter realen Bedingungen hinzu. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Aufbau eines wonbasierten Stablecoin-Ökosystems. Hana Financial und Dunamu kündigten an, bei Emission, Settlement-Systemen, Zahlungsabwicklung und der übergreifenden digitalen Finanzinfrastruktur zusammenzuarbeiten, während der Wettbewerb um Blockchain-Payments in Asien zunimmt. Hana Financial will zudem die Krypto-Infrastruktur von Upbit mit klassischen Bankprodukten wie Rentenlösungen, Treuhandangeboten und Investment-Services verknüpfen. Dunamu bleibt über Upbit der größte Krypto-Börsenbetreiber des Landes und dominiert weiterhin das lokale Handelsvolumen. Das Unternehmen wies im vergangenen Jahr Vermögenswerte von 13,17 Billionen Won aus und erzielte bei einem Umsatz von 1,56 Billionen Won einen Nettogewinn von rund 709 Mrd. Won. Die Investition fällt in eine Phase, in der südkoreanische Aufseher Kryptofirmen zu besseren Governance-Strukturen und einer geringeren Konzentration von Eigentumsverhältnissen drängen.