Hana Bank will 6,55% an Dunamu kaufen – FSC prüft Vereinbarkeit mit Trennungsregeln

Der geplante Einstieg der Hana Bank beim Kryptobörsenbetreiber Dunamu rückt Südkoreas Vorgaben zur Trennung von Bank- und Handelsgeschäften erneut in den Fokus. Die Finanzaufsicht Financial Services Commission (FSC) hat eine Prüfung eingeleitet. Hana Bank hat vereinbart, 6,55% an Dunamu vom bisherigen Anteilseigner Kakao Investment zu erwerben. Aus Unternehmensunterlagen ergibt sich ein Transaktionswert von rund 1 Billion Won (etwa 668–700 Mio. US-Dollar). Nach Vollzug wäre Hana viertgrößter Aktionär; der Anteil von Kakao Investment würde auf 4,03% sinken. Die FSC bewertet den Deal im Lichte der südkoreanischen Regeln zur "Trennung von Bank- und Handelsgeschäft", die Banken beim Halten bestimmter nichtfinanzieller Beteiligungen beschränken. Obwohl Hana die Anteile nicht direkt von Dunamu kauft, erklärte ein FSC-Vertreter, wirtschaftlich entspreche dies einer Investition in Dunamu und werde nach denselben Maßstäben beurteilt. Kryptobörsen gelten bei den Behörden seit Jahren als besonders sensibler Bereich, da sie nicht wie klassische Finanzunternehmen eingestuft werden. Seit 2017 schränken Aufsichtsleitlinien Finanzunternehmen beim Kaufen, Halten, Verpfänden oder Investieren in virtuelle Vermögenswerte sowie in Beteiligungen an entsprechenden Handelsplätzen ein. Eine direkte Lockerung dieser Vorgaben stehe derzeit nicht an, so der FSC-Vertreter. Der Abschluss der Transaktion wird für den 15. Juni erwartet. Parallel arbeitet Dunamu an einer geplanten Fusion mit Naver Financial, die noch einer regulatorischen Prüfung bedarf. Reuters hatte im vergangenen Jahr berichtet, Naver Financial habe sich auf eine Übernahme von Dunamu im Rahmen eines Aktientauschs mit einer Bewertung von 15,13 Billionen Won verständigt. Upbit, die von Dunamu betriebene Plattform, ist die dominierende Kryptobörse in Südkorea. Von Reuters zitierte Berichte bezifferten den Marktanteil auf rund 70%; spätere Berichte schätzten, dass mehr als 80% des Handelsvolumens mit virtuellen Vermögenswerten über Upbit laufen. Südkorea arbeitet zudem an neuen Regeln für tokenisierte Wertpapiere. Die FSC will im Juli detaillierte Vorgaben veröffentlichen – im Vorfeld von Gesetzesänderungen, die im Februar 2027 in Kraft treten sollen. Der Fall ist für den Markt relevant, weil er den Annäherungstrend zwischen traditioneller Finanzbranche, Tech-Konzernen und Kryptogeschäften unterstreicht, zugleich aber die Frage aufwirft, wie bestehende Trennungsregeln auf Digital-Asset-Plattformen anzuwenden sind. Die Entscheidung der FSC könnte zum Präzedenzfall dafür werden, wie weit Banken bei direkten Beteiligungen an Kryptobörsenbetreibern gehen dürfen.