Goldman Sachs zieht sich aus XRP-ETFs im Volumen von 154 Mio. US-Dollar zurück – Markt verkraftet Abbau dank Zuflüssen
Goldman Sachs hat sich im ersten Quartal 2026 still aus seinen XRP-ETF-Positionen verabschiedet – und der Markt zeigte kaum Reaktion. Aus dem bei der SEC Mitte Mai eingereichten Formblatt 13F geht hervor, dass die Bank ihre im Spätjahr 2025 aufgebauten Engagements in XRP-bezogenen ETFs bis Ende März auf null zurückgefahren hat. Insgesamt wurden rund 154 Mio. US-Dollar an Exposure abgebaut, verteilt auf Produkte von Bitwise, Grayscale, Franklin Templeton und 21Shares. Auf dem Höchststand entsprach das nahezu 73% der bekannten institutionellen XRP-ETF-Bestände.
Der Schritt war Teil einer breiteren Neuausrichtung des Portfolios. Laut 13F hat Goldman auch sein Solana-ETF-Exposure geschlossen, die Bestände an Ethereum-ETFs um etwa 70% reduziert und einzelne Bitcoin-ETF-Positionen zurückgeschnitten. Gleichzeitig hält die Bank weiterhin rund 700 Mio. US-Dollar in Bitcoin-ETFs.
Auffällig ist, wie problemlos der Markt den Ausstieg absorbierte. Der Krypto-Kommentator X Finance Bull wies darauf hin, dass bei einem Abverkauf von 154 Mio. US-Dollar in XRP-ETFs und gleichzeitig ausgewiesenen wöchentlichen Nettozuflüssen von 60,5 Mio. US-Dollar die Kaufnachfrage in dieser Woche rechnerisch bei über rund 214 Mio. US-Dollar gelegen haben muss – genug, um den Verkaufsdruck aufzunehmen und die Woche dennoch positiv abzuschließen. Statt eines Einbruchs bei den Mittelzuflüssen verzeichneten XRP-Spot-ETFs ihre stärkste Wochenbilanz seit Januar. Die kumulierten Zuflüsse summieren sich auf etwa 1,39 Mrd. US-Dollar.
Warum das relevant ist: Ein großer institutioneller Verkauf wirkt nur dann belastend, wenn auf der Gegenseite zu wenig Nachfrage steht. In diesem Fall traf das Angebot – inklusive der Verkäufe von Goldman – auf ausreichend Käuferinteresse. Der Verkaufsdruck wurde nicht nur aufgefangen, sondern durch frische Zuflüsse überkompensiert. Das spricht für eine robuste institutionelle und private Nachfrage nach XRP-bezogenen ETFs, obwohl ein großer Akteur einen Schritt zurück macht.
Einschränkungen bleiben: 13F-Meldungen sind zeitverzögert und bilden weder Bewegungen innerhalb des Quartals noch Derivate oder nicht meldepflichtige Bestände ab. Sie liefern deshalb kein vollständiges Echtzeitbild. Trotzdem ist die Marktreaktion auf Goldmans Rückzug ein brauchbares kurzfristiges Signal für die Nachfragedynamik im XRP-ETF-Segment – und für viele Anleger eher ein Grund für Zuversicht als für Alarm.