Goldman Sachs sieht bei Krypto und Bitcoin Anzeichen für eine Bodenbildung nach kräftigem Rückgang

Goldman Sachs sieht die Kryptomärkte nahe an einem Wendepunkt. Nach einem Rückgang von rund 46% seit den Hochs im Oktober 2025 hätten sich die Kurse zuletzt stabilisiert, was in der Vergangenheit häufig in Phasen zu beobachten gewesen sei, in denen sich Märkte dem unteren Ende typischer Drawdown-Spannen nähern. In einer Notiz verweist Analyst James Yaro auf nachlassende Handelsaktivität, verändertes Anlegerverhalten und makroökonomische Belastungsfaktoren, die die Bewertung von Krypto-Assets und kryptoaffinen Aktien prägen. Nach Einschätzung der Bank sind kryptobezogene Aktien im Zuge der Korrektur attraktiver bewertet. Goldman nennt Robinhood, Figure Technologies und Coinbase als Titel, die Anleger im Blick behalten sollten. Für Figure erhöhte die Bank das Kursziel von 39 auf 42 US-Dollar, was einem Aufwärtspotenzial von 35% entspricht. Robinhood baut sein Angebot für aktive Trader und zusätzliche Finanzprodukte weiter aus. Coinbase setzt stärker auf Derivate, Abo-Erlöse und den Aktienhandel. Die strategische Neuausrichtung soll die Erlösbasis in schwächeren Marktphasen verbreitern. Als zentrales Risiko hebt Goldman die Entwicklung der Handelsvolumina hervor. Sollten die Umsätze kurzfristig weiter zurückgehen, könnte das die Umsätze 2026 um 2% und die Gewinne um 4% belasten. Historisch dauerten derart volumenarme Phasen im Schnitt etwa drei Monate, bevor eine Erholung einsetzte. Am Spotmarkt war Bitcoin zuletzt von rund 75.000 US-Dollar auf 67.000 US-Dollar gefallen und stabilisierte sich anschließend. Seither bewegt sich die Kryptowährung in einer Spanne von 60.000 bis 75.000 US-Dollar. K33 Research verweist auf geringeren Verkaufsdruck aus ETFs und stärkere langfristige Haltemuster. Die Menge an Angebot, das seit mehr als sechs Monaten gehalten wird, ist gestiegen, was auf sinkende Abgabebereitschaft hindeutet. Auch die institutionellen Signale sprechen für eine Beruhigung. Seit Ende Februar seien die ETF-Flows leicht positiv, nachdem es nach Oktober zu deutlicher Distribution gekommen war. Gleichzeitig bleibt das Open Interest niedrig, die Funding Rates liegen weiterhin im negativen Bereich. Bernstein geht davon aus, dass Bitcoin den Zyklusboden bereits erreicht haben könnte, und bekräftigt ein Kursziel von 150.000 US-Dollar zum Jahresende unter Verweis auf ETF-Nachfrage und die zunehmende Nutzung von Bitcoin als Corporate-Treasury-Asset. Hinzu kommen die Bitcoin-Bestände von Strategy, die mit 53,5 Mrd. US-Dollar bewertet werden und die anhaltende institutionelle Beteiligung unterstreichen. Analysten beobachten zudem, dass weniger Investoren Positionen unterhalb von 100.000 US-Dollar auflösen, was die Preise zusätzlich stützt.