Gemini erhält DCO-Lizenz der CFTC und baut Derivate-Infrastruktur aus

CoinDesk zufolge hat die Kryptobörse Gemini in den USA den Status einer Full-Cycle-Handelsplattform erreicht. Mitgründer Cameron Winklevoss bestätigte, dass Gemini von der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) eine Lizenz als Derivatives Clearing Organization (DCO) erhalten hat. Nach Darstellung der Gründer ist dies der letzte regulatorische Baustein, um die Plattform Gemini Predictions und den zugehörigen Futures-Handelsplatz vollständig zu legitimieren. Die DCO-Zulassung erweitert den Handlungsspielraum deutlich: Während die im Dezember erteilte DCM-Lizenz Gemini im Wesentlichen das Anbieten von Prediction- und Kontrakthandel ermöglicht, erlaubt die DCO-Einstufung die eigenständige Abwicklung von Clearing und Settlement. Damit kann Gemini Ausführung, Bestätigung und Abrechnung von Geschäften innerhalb einer Plattform bündeln und sich von einem reinen Vermittler zu einer vollständigen Handelsinfrastruktur entwickeln. Die Winklevoss-Brüder bezeichneten den Schritt als zentral für den Aufbau einer finanziellen "Super-App". Im Markt wird zudem über die Verflechtung mit Ripple diskutiert. Demnach sei ein Teil der Fortschritte von Gemini über eine Ripple-Finanzierung mitgetragen worden. Bis April 2026 soll Ripp les Kreditlinie auf 250 Mio. US-Dollar angewachsen sein. Laut den Angaben nutzt Gemini den Stablecoin RLUSD als Sicherheit; dieser steht unter Aufsicht des New York State Department of Financial Services (NYDFS). Die Kreditbedingungen gelten als strikt: Um den Zinssatz bei 7% zu halten, muss Gemini den ausstehenden Betrag bis zum 2. Juli auf 150 Mio. US-Dollar senken. Bei unzureichender Liquidität steigt der Satz auf 10%. Das erhöht den Druck, in neuen Märkten schnell Handelsvolumen aufzubauen. Die kommenden zwei Monate gelten damit als Belastungstest, da Gemini die neue Lizenz zügig in reale Umsätze übersetzen muss, um Verpflichtungen zu erfüllen und höhere Finanzierungskosten zu vermeiden.