Fed plant begrenzte Zahlungsverkehrskonten für Kryptofirmen

Die US-Notenbank Federal Reserve treibt Pläne für spezielle, eingeschränkte Zahlungskonten voran, die Unternehmen einen abgespeckten Zugang zu den Zahlungsverkehrsdiensten der Fed ermöglichen sollen. Dazu hat die Zentralbank am Mittwoch eine neue Beschreibung des Konzepts veröffentlicht und eine 60-tägige Kommentierungsfrist eröffnet. Solche Konten sollen Firmen mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen das Clearing und Settlement von Zahlungen erleichtern, um Abläufe zu beschleunigen und Kosten zu senken. Anders als bei einem vollwertigen Masterkonto erhielten Kontoinhaber laut Fed aber keinen Zugang zu Intraday-Krediten oder zum Discount Window, würden keine Zinsen auf Guthaben bei einer Reserve Bank bekommen und könnten nur Zahlungsdienste nutzen, die durch automatisierte Kontrollen Überziehungen verhindern. Bereits im Dezember hatte die Fed mit einer Anfrage zur Stellungnahme (45 Tage) die Ausarbeitung angestoßen; die nun vorgelegte Variante sei „weitgehend ähnlich“ dem damals skizzierten Prototyp. Auf Basis der seit Dezember eingegangenen Rückmeldungen wurden einzelne Punkte angepasst: Die zulässigen End-of-Day-Guthaben sollen sich an der erwarteten Zahlungsaktivität orientieren, zudem wurde der maximale Schlussbestand angehoben. Ein verbesserter Zugang zu den Zahlungsverkehrsschienen der Fed gilt in der Kryptobranche seit Längerem als wichtiges Ziel. Die frühere Version wurde in der Branche häufig als „skinny“-Konto bezeichnet. Im März erhielt Kraken als erste Kryptobank ein begrenztes Masterkonto, allerdings über die Federal Reserve Bank of Kansas City und nicht im Rahmen einer bundesweiten Regelung durch das Fed-Board in Washington. Die Fed teilte mit, sie habe die regionalen Notenbanken angewiesen, die Prüfung bestimmter Anträge vorerst auszusetzen, bis die Regel finalisiert ist. Einen Tag zuvor hatte Präsident Donald Trump eine inhaltlich verwandte Executive Order erlassen. Darin wird die Fed aufgefordert zu prüfen, wie sie nicht versicherten Einlageninstituten sowie nichtbanklichen Finanzunternehmen Zugang zu Zahlungskonten und -diensten gewährt. Zudem soll untersucht werden, wie die 12 regionalen Fed-Banken unabhängig vom Board Zahlungskonten einrichten.