Fed belässt Leitzins bei 3,50%–3,75% und pausiert zum dritten Mal in Folge

Guten Morgen. Heute ist Donnerstag, der 30. April 2026. Hier ist Ihr "Futures Morning Rush" – der kompakte Marktüberblick. Top-Themen 1) US-Präsident Trump sagte im Interview mit Israels Channel 12 News, die USA würden die Seeblockade gegen Iran erst aufheben, wenn es eine Einigung zum iranischen Atomprogramm gibt. 2) Der OPEC Fund startet ein Hilfsprogramm über 1,5 Mrd. US-Dollar, um Länder bei wachsenden wirtschaftlichen Belastungen durch Störungen bei Energie, Rohstoffen und Handel zu unterstützen. 3) Der indonesische Palmölverband GAPKI erwartet, dass die indonesische Rohpalmölproduktion 2026 wegen El-Niño-Wetter und hoher Düngemittelpreise um bis zu 2 Mio. Tonnen sinken könnte. 4) Der Banken-Ausschuss des US-Senats stimmte dafür, die Nominierung von Wash zum Fed-Vorsitz an den gesamten Senat weiterzuleiten. 5) Irans Press TV berichtete unter Berufung auf eine hochrangige Sicherheitsquelle, Teheran warne vor "beispiellosen militärischen Maßnahmen", falls die USA weiter mit Iran in Verbindung stehende Schiffe beschlagnahmen. 6) Die US-Notenbank ließ den Leitzins wie erwartet bei 3,50%–3,75% und hielt damit zum dritten Mal in Folge still. 7) Fed-Chef Powell sagte auf der Pressekonferenz, einzelne Stimmen hätten sich gegen die beibehaltene dovishe Formulierung in der Erklärung gestellt. Insgesamt sieht er die Notenbanker derzeit nicht in Richtung Zinserhöhungen – diskutiert werde vielmehr, ob der Ausblick neutraler formuliert werden sollte. Makro 1) Chinas Ministerium für natürliche Ressourcen veröffentlichte eine aktualisierte Bestandsaufnahme der Bodenschätze. China liegt bei nachgewiesenen Reserven von 14 Mineralien weltweit vorn, darunter Seltene Erden, Wolfram, Zinn, Molybdän, Antimon, Gallium, Germanium, Indium, Fluorit und Graphit. Für 2025 wird China bei der Förderung von 17 Mineralien auf Platz 1 gesehen, darunter Kohle, Vanadium, Titan, Zink, Seltene Erden, Wolfram, Zinn, Molybdän, Antimon, Gallium, Indium, Gold und Tellur. 2) Das Wall Street Journal berichtet unter Berufung auf US-Beamte, Trump habe seine Berater angewiesen, sich auf eine langfristige Blockade Irans vorzubereiten, um Irans Staatseinnahmen zu schwächen – ein Hochrisikoschritt zur Erhöhung des Drucks in der Atomfrage. 3) Trump schrieb in sozialen Medien: "Iran kann keine Einigung erreichen. Sie wissen nicht, wie man einen Atomdeal unterschreibt. Sie sollten besser bald klug werden!" 4) Der Staatsrat ernannte Liu Haoling zum stellvertretenden Vorsitzenden der China Securities Regulatory Commission (CSRC). Die Organisationsabteilung des ZK der KPCh teilte zudem mit, Liu sei in das Parteikomitee der CSRC berufen worden. 5) Fed-Details: Laut FOMC-Erklärung stimmten 12 Mitglieder ab, vier votierten dagegen – der höchste Wert seit Oktober 1992. Gouverneur Miller sprach sich gegen die Beibehaltung aus und favorisierte eine Senkung um 25 Basispunkte. Cleveland-Fed-Präsident Harker, Minneapolis-Fed-Präsident Kashkari und Dallas-Fed-Präsident Logan stimmten zwar für unveränderte Zinsen, lehnten aber die dovishe Sprache in der Erklärung ab. 6) Nach Signalen mit leicht falkenhafter Note wetten Händler in der Wall Street laut WSJ wieder vorsichtig auf eine Zinserhöhung noch in diesem Jahr. CME-Daten zu Zinsfutures zeigen eine eingepreiste Wahrscheinlichkeit von 11% für eine Erhöhung (zuvor heute 5%, am Dienstag 0%); die Wahrscheinlichkeit einer Senkung liegt weiter bei rund 2%. Globale Terminmärkte – Volatilität 1) Öl: Der Frontmonat WTI sprang um 8,57% auf 108,49 US-Dollar je Barrel, Brent stieg um 7,75% auf 112,49 US-Dollar. Treiber waren die anhaltende Zuspitzung zwischen USA und Iran mit Blockade-Plänen und Risiken für die Schifffahrt durch die Straße von Hormus, deutlich stärker als erwartete Lagerabbauten laut EIA sowie angehobene Preisprognosen von S&P für WTI und Brent. 2) Edelmetalle: Meist schwächer. COMEX-Gold fiel um 1,11% auf 4.557,30 US-Dollar je Unze, Silber verlor 2,66% auf 71,78 US-Dollar. Die Fed blieb zwar auf Pause, interne Differenzen nahmen aber zu; die Wahrscheinlichkeit für Zinssenkungen sank. Gleichzeitig belasten Inflationssorgen im Zuge der Nahost-Lage. 3) Industriemetalle (LME): Durchweg niedriger. Kupfer -0,36% auf 12.989,0 US-Dollar/Tonne; Zinn -0,43% auf 48.745,0; Blei -0,59% auf 1.945,0; Nickel -1,05% auf 19.245,0; Zink -1,23% auf 3.329,0; Aluminium -1,31% auf 3.492,0. 4) China-Futures (Stand: Schluss 23:00 Uhr am 29. April): Die meisten Hauptkontrakte legten zu. Niedrigschwefliges Heizöl (LU) stieg um mehr als 4%, Fuel Oil um mehr als 3%; Kohle, BR-Kautschuk und Flüssiggas jeweils um mehr als 1%. Natronlauge und Soda fielen um mehr als 1%. Schwarzmetalle – Schlaglichter 1) Stahl (Woche bis 29. April, Zhonggang Network): Produktion Baustahl 4,654 Mio. Tonnen (+52.000 WoW). Werksbestände 5,0258 Mio. Tonnen (-148.100). Sozialbestände 6,8875 Mio. Tonnen (-319.600). 2) Jiang Wei (Vizepräsident und Generalsekretär, China Iron and Steel Association): Steigende Ölpreise verteuern wegen der Nahost-Lage Bergbau- und Frachtkosten, Inflations­erwartungen ziehen an. Obwohl die Eisenerzbestände in den Häfen im April mit 170 Mio. Tonnen ein Rekordhoch erreichten, schwankt importiertes Eisenerz weiter auf hohem Niveau bei 105–110 US-Dollar je Tonne. 3) Shenzhen: Die städtische Wohnungs- und Baubehörde veröffentlichte am 29. April 2026 eine Mitteilung zur weiteren Optimierung und Anpassung lokaler Immobilienpolitik. Inkrafttreten: 30. April 2026. 4) Vale: Das Management erklärte, nach aktueller Einschätzung würden bei einem Rückgang des Eisenerzpreises um 10 US-Dollar je Tonne mehr als 50 Mio. Tonnen Kapazität aus dem Markt ausscheiden. Agrarrohstoffe – Schlaglichter 1) GAPKI: Indonesiens Rohpalmölproduktion 2026 könnte um bis zu 2 Mio. Tonnen sinken (El Niño, hohe Düngerpreise). 2) Mysteel (Woche 17): Importierte Rapsschrotbestände mit deutlichen regionalen Unterschieden. Südchina baute Bestände ab, Nord- und Ostchina verzeichneten Aufbauten. Nordchina 68.800 Tonnen (+22.500 WoW), Ostchina 90.700 Tonnen (+25.100 WoW); in beiden Regionen stiegen die Zufuhren. 3) Argentinien (Ministerium für Landwirtschaft/Viehzucht/Fischerei, Woche ab 22. April): Verkäufe Sojabohnen 2025/26 bei 5,827 Mio. Tonnen, kumuliert 12,1818 Mio. Tonnen. Zusätzlich 329.000 Tonnen für 2024/25, kumuliert 44,7873 Mio. Tonnen. Gesamt über alle Saisons: 6,156 Mio. Tonnen in der Woche, kumuliert 56,9691 Mio. Tonnen. 4) CCTV News/Nationales Klimazentrum: Der östliche und zentrale äquatoriale Pazifik soll im Mai in einen El-Niño-Zustand übergehen. Für Sommer und Herbst wird ein moderates bis starkes El-Niño-Ereignis erwartet, mit einem Peak im Herbst/Winter; die Wahrscheinlichkeit eines starken El Niño steigt. In diesem Frühjahr und Sommer führt die rasche Entwicklung zu mehr Niederschlägen südlich des Jangtse und überdurchschnittlichen Temperaturen in weiten Teilen des Landes. 5) Auslandsmedien: Indonesien will das Programm zur Nachhaltigkeitszertifizierung für Palmöl auf die Ölverarbeitung ausweiten. Auf Basis der Presidential Regulation Nr. 16/2025 und Umsetzungsregeln soll die ISPO-Zertifizierung für Palmölunternehmen ab 2027 verpflichtend werden. 6) Umfrageerwartungen (Auslandsmedien) für die Woche bis 23. April 2026: Netto-Sojaexporte 2025/26 werden bei 200.000–600.000 Tonnen erwartet, für 2026/27 bei 0–50.000 Tonnen. Energie & Chemie – Schlaglichter 1) China: Niu Li (stellv. Direktor, Abteilung Geologische Explorationsverwaltung im Ministerium für natürliche Ressourcen) sagte am 29., die Rohölproduktion werde im 14. Fünfjahresplan über 200 Mio. Tonnen pro Jahr bleiben und 2025 mit 216 Mio. Tonnen ein Rekordhoch erreichen. Die Erdgasproduktion werde über 260 Mrd. Kubikmeter steigen; damit wären es neun Jahre in Folge mit jährlichen Zuwächsen von mehr als 10 Mrd. Kubikmetern. 2) Kasachstan: Das Energieministerium erklärte am Mittwoch, ein Austritt aus OPEC+ werde nicht erwogen – nach der Ankündigung der Vereinigten Arabischen Emirate am Vortag, den Verbund zu verlassen, vor dem Hintergrund einer Energiekrise infolge des Iran-Kriegs. 3) Axios: Trump und ranghohe Berater trafen am Dienstag (Ortszeit) im Weißen Haus Führungskräfte der Öl- und Gasindustrie, um Energie-Folgen eines möglichen Kriegs mit Iran sowie weitere Themen zu besprechen. 4) VAE/Fujairah: Bestände raffinierter Produkte im Hafen Fujairah lagen in der Woche bis 27. April bei 6,982 Mio. Barrel (-472.000 WoW). 5) Markt: Russland könnte im Mai die seegestützten Rohölexporte erhöhen, da sich Hafen-Kapazitäten erholen und das Wetter besser wird. 6) Weißes Haus: Ein Regierungsvertreter sagte, Trump habe am Dienstag mit Energie-Managern über Inlandsförderung, Venezuela, Öl-Futures, Erdgas und Versandthemen gesprochen. 7) EIA (Woche bis 24. April): US-Rohölexporte stiegen um 1,64 Mio. Barrel/Tag auf 6,438 Mio. Barrel/Tag. Kommerzielle Rohöllager (ohne strategische Reserven) sanken um 6,234 Mio. Barrel auf 459 Mio. Barrel (-1,34%). Metalle – Schlaglichter 1) Vale: Q1/2026-Zahlen zeigen bessere Absatzentwicklung in allen Segmenten. Absatzmengen stiegen YoY: Eisenerz +4% (3 Mio. Tonnen), Kupfer +11% (9.000 Tonnen), Nickel +15% (6.000 Tonnen). 2) SMM: Preise für philippinisches Nickelerz insgesamt stabil, doch Schmelzer drängen deutlich auf niedrigere Preise; Minen machen häufig Zugeständnisse, um Lieferungen abzusichern. Für Mai wird weiterer Abwärtsdruck erwartet. 3) World Gold Council (Q1 2026 Global Gold Demand Trends): Die globale Goldnachfrage (inkl. OTC) lag im ersten Quartal bei 1.231 Tonnen, +2% YoY. 4) SMM: Einige Recycling-Bleihütten in Nord-, Ost- und Zentralchina liefen diesen Monat nur bei rund 80% der Normalauslastung. Wegen Rohstoffknappheit bleibt die Produktion im Mai begrenzt; eine Ausweitung ist nicht geplant. Aus dem Research – Handelslogik im Fokus 1) Industrielles Silizium: Offenes Interesse stieg intraday deutlich, Nachhaltigkeit der Erholung im Blick. China Everbright Futures berichtet, die Preise hätten am Mittwochvormittag kräftig angezogen, begleitet von stark steigendem Open Interest; intraday lag der Peak nahe +4%. Der Impuls lief später aus, der Kontrakt schloss näher bei rund +2% intraday. Auslöser waren nicht bestätigte Hinweise, dass in einigen Regionen Vorzugstromtarife abgeschafft werden könnten. Da industrielles Silizium sehr stromintensiv ist, lösten Erwartungen steigender Kosten den Preissprung aus; ähnliche Bewegungen gab es bei anderen energieintensiven Rohstoffen wie Ferrosilizium. Da die Informationen unbestätigt sind, sollte die tatsächliche Umsetzung abgewartet und ein Überhandeln auf Basis von Gerüchten vermieden werden. Das Sentiment bleibt insgesamt schwach; nach anhaltenden Kostensenkungen fehlt Aufwärtsdynamik, was für eine Seitwärtsbewegung auf tieferem Niveau spricht. 2) Lebendschwein: Politische Signale zur Marktsteuerung werden klarer. China Construction Bank Futures sieht den Zyklus der Produktionskapazitäten in einer späten Phase der Bodenbildung; ein zyklischer Wendepunkt rücke näher, müsse aber weiter beobachtet werden. Die Politbüro-Sitzung vom 28. April betonte "die Förderung der Agrarproduktion und die Stabilisierung der Preise landwirtschaftlicher Produkte wie Schweinefleisch". Zusammen mit früheren Signalen des Landwirtschaftsministeriums zur "angemessenen Erholung der Schweinepreise" deute dies auf einen relativ klaren politischen Boden und stärkere Unterstützung. Nachfrageseitig zeigen Tiefkäufe und passive Vorratsaufbauten bei gefrorenem Fleisch ein moderates Bestandswachstum. Als Schlüsselindikator gilt, ob das durchschnittliche Verkaufsgewicht bei Kleinhaltern unter 140 kg fällt – als Zeichen nachlassender Zurückhaltung. Für eine bestätigte Trendwende werden konzentrierte Abgaben großer Schweine durch Kleinhalter und eine enger werdende Preisdifferenz zwischen Standardschwein und Fettschwein genannt. Kurzfristig besteht das Risiko von Rücksetzern durch gebündelte Verkäufe und Freigaben gefrorener Ware; mittel- bis langfristig bleiben Variablen wie erneute Aufstockung der Zuchtbestände nach Preisaufschwung und eine langsamere Kapazitätsreduktion als erwartet im Blick. Wichtige Termine und Daten 1) 30. April, 09:30: Chinas offizieller Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe sowie der PMI der Stahlindustrie für April. 2) 30. April, 20:00: Chiles monatliche Kupferproduktion. 3) 30. April, 20:30 (US-Zeit): Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe für die Woche bis 25. April.