Fed-Gouverneurin Cook signalisiert Bereitschaft zu Zinserhöhungen bei anhaltender Inflation
Fed-Gouverneurin Lisa Cook hat sich offen für weitere Zinserhöhungen gezeigt, falls die Inflation erneut anzieht. Damit setzt sie in einem Umfeld, in dem viele Marktteilnehmer auf spätere Zinssenkungen spekulieren, ein klares Gegenzeichen. Cook betonte, dass die Teuerung weiterhin hartnäckig über dem 2%-Ziel der US-Notenbank liege.
Cook hatte bereits zuvor vor Inflationsrisiken gewarnt. Am 3. November 2025 erklärte sie in einer Rede bei Brookings, sie halte am 2%-Ziel fest und sei bereit, entschlossen zu handeln, sollten die Preise nicht nachgeben. Am 4. Februar 2026 sprach sie sich für ein unverändertes Zinsniveau aus, verwies aber zugleich auf fortbestehende Inflationsrisiken.
Auch ihre Rolle innerhalb der Fed stand wiederholt im politischen und juristischen Fokus. Ihr Sitz wurde rechtlich überprüft und politisch angegriffen; frühere Versuche der Trump-Regierung, sie zu entfernen, wurden von Gerichten gestoppt.
Am 8. Mai 2026 sprach Cook auf der Konferenz der Zentralbank der Westafrikanischen Staaten in Dakar (Senegal) über die wachsende Bedeutung tokenisierter Vermögenswerte. Nach ihrer Darstellung ist die Marktkapitalisierung tokenisierter Assets in den USA auf rund 25 Mrd. US-Dollar gestiegen und hat sich damit binnen eines Jahres mehr als verdoppelt. Cook bezeichnete Tokenisierung als Ergänzung zur klassischen Finanzwelt, nicht als Ersatz, und verwies auf Potenziale bei schnelleren grenzüberschreitenden Zahlungen sowie einer besseren Mobilität von Sicherheiten.