FCA startet erstmals koordinierte Aktion gegen illegalen Krypto-P2P-Handel in London
Die britische Finanzaufsicht Financial Conduct Authority (FCA) hat erstmals eine koordinierte Operation zur Unterbindung illegaler Peer-to-Peer-Kryptoaktivitäten durchgeführt. Im Fokus standen mehrere Orte in London. Gemeinsam mit HM Revenue & Customs sowie der South West Regional Organised Crime Unit überprüften die Behörden acht Objekte, die im Verdacht stehen, nicht registrierte Krypto-Handelsdienste zu betreiben. Vor Ort wurden an allen Standorten Untersagungsverfügungen (cease-and-desist notices) zugestellt und Beweismittel für laufende strafrechtliche Ermittlungen gesichert. Die Maßnahme gilt als Signal, dass die Aufsicht den Schritt von Warnungen hin zu direkter Durchsetzung im britischen Kryptomarkt vollzieht.
Die FCA betonte, dass Personen, die im Vereinigten Königreich Peer-to-Peer-Krypto-Handelsleistungen anbieten, nach den Geldwäschevorschriften registriert sein müssen. Zugleich stellte die Behörde klar, dass derzeit keine entsprechenden Händler oder Plattformen im Land zur Ausübung solcher Aktivitäten autorisiert sind. Nicht registrierte Angebote brächten erhebliche Risiken für Verbraucher mit sich und könnten Kriminellen als Kanal dienen, um illegale Gelder zu bewegen und zu verschleiern. Auch die beteiligten Strafverfolgungsbehörden verwiesen auf die Gefahr, dass derartige Netzwerke Geldwäsche und andere Finanzdelikte begünstigen.
Die Razzia erfolgt wenige Tage, nachdem die FCA Umfang und Zeitplan des kommenden britischen Krypto-Regulierungsrahmens skizziert hatte. Das Regime soll bis 2027 vollständig umgesetzt werden. Nach den geplanten Vorgaben benötigen Unternehmen, die Handel, Verwahrung (Custody) oder die Ausgabe von Stablecoins betreiben, eine Zulassung; Anträge sollen ab 2026 möglich sein. Kryptoassets sind im Vereinigten Königreich bislang weitgehend nicht direkt reguliert, die aktuelle Aufsicht konzentriert sich vor allem auf Finanzwerbung (financial promotions) und die Einhaltung von Geldwäschepflichten. Das jüngste Vorgehen deutet darauf hin, dass die Behörden den Übergang bereits mit stärker proaktiver Durchsetzung begleiten.
Die FCA war in der Vergangenheit bereits gegen nicht registrierte Kryptoaktivitäten vorgegangen, darunter Fälle illegaler Krypto-ATM-Netzwerke und nicht lizenzierter Börsen. Die Behörde kündigte an, weiter mit nationalen und internationalen Partnern zur Bekämpfung von Finanzkriminalität zusammenzuarbeiten. Verbraucher rief sie dazu auf, vor der Nutzung von Kryptodiensten zu prüfen, ob Anbieter autorisiert sind.
Zusammenfassung: Die FCA hat erstmals koordiniert gegen illegalen Peer-to-Peer-Kryptohandel vorgegangen, acht Standorte in London ins Visier genommen und Untersagungsverfügungen zugestellt. Der Schritt fällt in die Vorbereitungsphase der umfassenden Krypto-Regulierung und markiert eine strengere Gangart gegenüber nicht registrierten Aktivitäten.