Evernorth reicht S-4 ein: SPAC-Deal über mehr als 1 Mrd. US-Dollar, Nasdaq-Listing als XRPN geplant
Ein neues börsennotiertes Vehikel mit Fokus auf XRP nimmt Kurs auf die Wall Street: Evernorth hat am Mittwoch bei der US-Börsenaufsicht SEC das Formular S-4 eingereicht und damit die geplante Fusion mit dem SPAC Armada Acquisition Corp. II offiziell gemacht. Aus der Transaktion sollen laut Unterlagen Bruttoerlöse von über 1 Mrd. US-Dollar entstehen. Das fusionierte Unternehmen soll als Evernorth Holdings Inc. an der Nasdaq unter den Kürzeln XRPN und XRPNW gehandelt werden.
Zum Start erwartet Evernorth Holdings den Angaben zufolge einen Bestand von mindestens 473 Mio. XRP. Der Aufbau der Treasury soll über Beiträge von Ripple sowie über Zukäufe am offenen Markt finanziert werden, letztere aus den Erlösen der Fusion. Zu den Kapitalzusagen zählen neben Ripple auch SBI und Pantera Capital.
Evernorth beschreibt die Strategie nicht als reines "Buy-and-hold". Geplant sind Ertragsquellen über Kreditmärkte, Liquiditätsbereitstellung und Validator-Betrieb auf dem XRP Ledger. Zusätzlich soll Ripples Stablecoin RLUSD in die Treasury-Strategie integriert werden.
Die SPAC-Umwandlung folgt einem Standardprozess: Armada Acquisition Corp. II wird zu Evernorth Holdings und geht unter XRPN an die Nasdaq. Als institutionelle Investoren werden unter anderem SBI und Kraken genannt. Die Rechtsberatung übernimmt Davis Polk.
Das erklärte Ziel: eine Bilanz, die als direkter Proxy für das XRP-Ökosystem dient. Mit einer Finanzierung von 1,1 Mrd. US-Dollar will das Unternehmen eine dominante Position im verfügbaren Bestand aufbauen.
Der Vorstoß fällt in eine Phase, in der weitere Krypto-Unternehmen den Zugang zum Aktienmarkt suchen. So wird RedotPay mit einer angestrebten Vor-IPO-Finanzierung von 150 Mio. US-Dollar im Zusammenhang mit einem US-Listing genannt.
Für XRP könnte XRPN eine neue institutionelle Zugangsschiene schaffen: Fonds, die Kryptowährungen nicht direkt halten dürfen, könnten XRP-Exposure über eine Nasdaq-notierte Aktie abbilden. Das dürfte zusätzliche Liquidität aus dem institutionellen Segment mobilisieren.
Im Markt wird zudem auf bereits bestehendes institutionelles Interesse verwiesen: Goldman Sachs soll eine Position von 154 Mio. US-Dollar in verwandten Krypto-Instrumenten halten. Ein großer XRP-Bestand in einer Unternehmensbilanz könnte die Spot-Marktdynamik verändern und die Volatilität dämpfen.
Befürworter sehen einen potenziell selbstverstärkenden Effekt: Notiert XRPN mit Aufschlag auf den Nettoinventarwert, könnten weitere Aktienemissionen zusätzliche XRP-Käufe finanzieren, was den Spotpreis stützen würde. CEO Asheesh Birla hat das Ziel klar formuliert: "XRP pro Aktie" erhöhen, was auf eine akkumulationsorientierte Strategie hindeutet.
Risiken bleiben vor allem regulatorisch: SPAC-Transaktionen unterliegen hohen Offenlegungspflichten, und die SEC-Prüfung kann sich hinziehen. Verzögert sich der Abschluss, könnte auch der Einsatz der 1,1 Mrd. US-Dollar vorerst blockiert werden. Zwar habe sich das Umfeld unter Paul Atkins spürbar verbessert, das Timing-Risiko bestehe jedoch fort.
Die Struktur steht, das Vehikel ist definiert. Ob Anleger bereit sind, für den Börsenzugang zu XRP über XRPN einen Aufpreis zu zahlen, entscheidet nun der Markt.