Wale kaufen ETH trotz ETF-Abflüssen – Kurs bleibt unter Druck
CoinDesk zufolge hat nach dem jüngsten Rückgang bei Ethereum wieder deutlich offensiveres Onchain-Kaufen eingesetzt. Berichten aus dem Ausland nach nehmen einzelne Adressen mit großen Beständen Verkaufsdruck auf, während anhaltende Abflüsse aus ETF-Produkten die Notierungen weiter belasten. Im Mittelpunkt steht damit die Frage, ob die aktuellen Kauforders den Abgabedruck tatsächlich dauerhaft absorbieren können.
Wale stocken in der Schwächephase weiter auf
Laut Bericht kaufte ein Wal 35.723 ETH zu rund 1.563 US-Dollar und setzte damit etwa 55,8 Mio. US-Dollar ein. Dieselbe Adresse hatte zuvor nahe 2.040 US-Dollar 60.000 ETH sowie 9.442 wstETH verkauft. Ein weiterer Investor lieh sich über Aave 142 Mio. USDT und akkumulierte anschließend 87.680 ETH zu einem Durchschnittspreis von etwa 1.620 US-Dollar. Das deutet darauf hin, dass trotz schwächerem Marktumfeld weiterhin nennenswertes Kapital das aktuelle Preisniveau als attraktiv einstuft.
ETF-Abflüsse halten an
Der Verkaufsdruck hängt dem Artikel zufolge nicht nur mit der Onchain-Stimmung zusammen. Anleger ziehen weiterhin Mittel aus Ethereum-ETFs ab, was als wichtiger Belastungsfaktor genannt wird. Parallel zeigt Onchain-Datenmaterial eine weitere Entwicklung: Die ETH-Bestände auf Börsen liegen mit rund 15 Mio. ETH nahe Mehrjahrestiefs, da einige Großhalter Token von Handelsplätzen abziehen und ihre Positionen bei Kursrückgängen ausbauen.
Hebelpositionen nahe der Liquidationszone
CoinDesk betont, entscheidend sei nicht nur die Kaufbereitschaft, sondern auch die Stabilität dieser Nachfrage. Spot-Käufe sprechen eher für langfristige Halteabsichten, während gehebelte Käufe deutlich stärker auf Kursschwankungen reagieren. Beim über Aave aufgebauten Engagement liegt der Health Factor bei 1,16; fällt ETH auf etwa 1.354 US-Dollar, steigt der Liquidationsdruck. Setzt sich der Kursrutsch fort, könnten solche gehebelten Long-Positionen von einer Stütze des Marktes zu zusätzlichem, passivem Verkaufsdruck werden. Zwar haben große Käufer die ETF-Abflüsse teilweise abgefedert, der Markt muss aber erst einordnen, ob es sich um nachhaltige Akkumulation oder um neue Risiken im Abschwung handelt.