Ethereum Foundation: Rund 100 mutmaßlich staatlich gesteuerte Hacker identifiziert, darunter Akteure aus Nordkorea

Laut ChainCatcher hat die Ethereum Foundation einen zusammenfassenden Bericht zur Sicherheitsinitiative "ETH Rangers" veröffentlicht. Demnach identifizierten Forscher im Rahmen eines sechsmonatigen Förderprogramms für Security-Arbeit rund 100 mutmaßlich staatlich gesteuerte Cyberakteure, darunter Infiltratoren aus Nordkorea, die in mehreren Web3-Projekten aktiv gewesen sein sollen. Die Ermittlungen wurden unter anderem über das "Ketman Project" vorangetrieben. Forscher warnten etwa 53 Blockchain-Projekte und legten dar, wie die Akteure mit gefälschten Identitäten in Entwicklerteams eindrangen, an Geldtransfers beteiligt waren und technische Rollen übernahmen. In diesem Zusammenhang seien zudem Gelder in Höhe von mehreren hunderttausend US-Dollar eingefroren worden. Das Sicherheitsteam integrierte die Erkenntnisse in sein Threat-Analysis-Framework zur Lazarus Group und stellte die Ergebnisse auf Sicherheitskonferenzen wie der DEF CON vor. Der Bericht wertet dies als Hinweis darauf, dass staatlich unterstützte Angriffe weiterhin in die Krypto-Infrastruktur vordringen. Insgesamt führte das Programm laut Bericht zum Einfrieren oder zur Rückgewinnung von mehr als 5,8 Mio. US-Dollar, zur Meldung bzw. Dokumentation von über 785 Schwachstellen sowie zur Bearbeitung von 36 Sicherheitsvorfällen. Die Bedrohungslage im Ethereum-Ökosystem habe sich damit von punktuellen Exploit-Fällen hin zu systemischen Risiken unter Beteiligung staatlicher Akteure entwickelt. Besonders im Fokus stehen demnach Nordkorea-nahe Gruppen, die Projekte etwa über "Remote-IT-Workers" infiltrieren. Genannt werden Angriffswege wie Account-Übernahmen, das Eindringen über Freelancing-Plattformen und das Abwickeln von Geldtransfers. Die Ethereum Foundation betonte, der Schutz dezentraler Netzwerke erfordere eine "dezentrale Verteidigung", und kündigte an, Security-Forschung, Threat Intelligence und Talentförderung zur Abwehr zunehmender staatlich gesteuerter Cyberbedrohungen weiter zu unterstützen.