Ethereum Foundation startet "Clear Signing": Wallet-Freigaben sollen endlich verständlich werden

Die Ethereum Foundation hat "Clear Signing" live geschaltet. Der neue, offene Standard soll Wallet-Bestätigungen standardmäßig lesbar machen und die Risiken des sogenannten Blind Signing verringern. In einem Beitrag vom 12. Mai 2026 bezeichnete die Stiftung den Schritt als spürbares Upgrade für Nutzererlebnis und Sicherheit beim Signieren von Transaktionen auf Ethereum. Ziel ist es, undurchsichtige Transaktionsdaten durch Klartext-Beschreibungen zu ersetzen, damit Nutzer vor der Signatur erkennen, was sie tatsächlich freigeben. Laut der Übersicht zu Clear Signing ermöglicht ERC7730 Protokollen, die Absicht einer Transaktion zu beschreiben. Wallets können dann Aktion, Betrag, Protokoll und erwartetes Ergebnis anzeigen, statt lediglich rohe Calldata. Blind Signing gilt weiterhin als eines der hartnäckigsten UX- und Sicherheitsprobleme im Ethereum-Ökosystem. Viele Wallets zeigen nach wie vor Rohdaten oder generische Labels, sodass Nutzer Transaktionen bestätigen, die sie nicht vollständig nachvollziehen können. Clear Signing vergleicht dieses Vorgehen mit dem Unterzeichnen eines Blankoschecks. Am Ablauf von Ethereum-Transaktionen ändert sich dabei nichts. Ergänzt wird eine verifizierbare Anzeige-Ebene im Signaturmoment: Wallets können technische Daten in verständliche Intents übersetzen, wobei die Vertrauensentscheidung lokal bei der jeweiligen Wallet bleibt. Die Metadaten nach ERC 7730 verknüpfen Rohdaten mit menschenlesbaren Beschreibungen. Praktisch könnte eine Wallet etwa anzeigen, dass ein Nutzer 1.000 USDC gegen eine Mindestmenge ETH auf Uniswap tauscht, statt eine unlesbare hexadezimale Zeichenfolge zur Freigabe vorzulegen. Zum Paket gehören zudem ein neutrales, spiegelbares Descriptor-Register, ein Attestation-Framework unter ERC8176 zur Prüfung der Descriptor-Integrität durch Auditoren sowie offene Tools für Wallets, Protokolle und Prüfer. Zu den Mitwirkenden zählen Ledger, Trezor, MetaMask, WalletConnect, Fireblocks, Zama, Sourcify, Cyfrin und die "Trillion Dollar Security"-Initiative der Ethereum Foundation. Das Register soll offen und erlaubnisfrei bleiben, sodass Protokollteams, Sicherheitsforscher und weitere Beitragende Deskriptoren veröffentlichen können. Wallets entscheiden anschließend selbst, welchen Deskriptoren und Attestierungen sie vertrauen, bevor Transaktionsdetails für Nutzer angezeigt werden.