Ethereum-RSI fällt auf Rekordtief – ETH rund 64% unter dem Hoch von 2025
Der meistbeachtete Momentum-Indikator von Ethereum hat einen historischen Extremwert erreicht: Der Relative Strength Index (RSI), der Überkauft- und Überverkauft-Zustände abbildet, ist auf den niedrigsten Stand der gesamten ETH-Handelshistorie gefallen.
Laut Daten lag der tägliche RSI am 6. Juni zwischen 17 und 25. Werte unter 30 gelten klassisch als überverkauft, unter 20 treten in der Regel nur in ausgeprägten Marktstressphasen auf. Auch der monatliche RSI zeigte laut Coin Bureau außergewöhnlich tiefe Niveaus. Die Schwäche ist damit nicht auf eine einzelne Zeitebene begrenzt.
Preislich bewegte sich ETH Anfang Juni in einer Spanne von 1.569 bis 1.778 US-Dollar. Zum Vergleich: Das Hoch im August 2025 lag bei rund 4.946 US-Dollar. Vom Peak entspricht das einem Rückgang von etwa 64%. Die Marktkapitalisierung lag zum Zeitpunkt der Messung bei ungefähr 190 Mrd. US-Dollar.
Parallel dazu sanken die Exchange-Bestände auf etwa 14,8 Mio. ETH – der niedrigste Stand seit 2016.
Historische Phasen mit ähnlich stark überverkauften RSI-Werten gingen bei Ethereum teils kräftigen Erholungen voraus. Anfang 2024 markierte ETH in einer vergleichbaren Momentum-Schwächezone ein Tief um 2.150 US-Dollar und stieg später im Jahr auf nahezu 4.000 US-Dollar, ein Plus von rund 86%. Auch der FTX-Schock Ende 2022 fiel mit extrem überverkauften Signalen zusammen, die sich im Nachhinein als Zyklusboden für mehrere Krypto-Assets erwiesen. Beim COVID-Crash im März 2020 rutschte ETH kurzzeitig unter 100 US-Dollar, bevor eine Rally folgte, die den Kurs später über 4.800 US-Dollar trug.
Für langfristig orientierte Anleger ergibt sich aus der Kombination aus rund 64% Rückgang vom Hoch, Rekordtief beim RSI und dem tiefsten Exchange-Bestand seit einem Jahrzehnt ein Datenbild, das historisch häufig geduldiges Kapital begünstigte. In früheren Fällen solcher Extremwerte endeten die Phasen überverkaufter Niveaus letztlich mit deutlich höheren Kursen als am jeweiligen Tief.
Wer auf eine bestätigte Trendwende setzt, dürfte besonders darauf achten, ob der tägliche RSI wieder über 30 steigt und dieses Niveau hält, ob sich die Exchange-Bestände stabilisieren oder weiter sinken und ob das Handelsvolumen bei steigenden Kurskerzen zunimmt.