EZB weist Lockerung der Regeln für Euro-Stablecoins wegen Risiken für Finanzstabilität zurück
BlockBeats zufolge hat die Europäische Zentralbank (EZB) am 23. Mai Vorschläge zur Aufweichung der Regulierung von Euro-Stablecoins abgelehnt. Die Notenbank warnt, solche Schritte seien zu riskant und könnten sowohl die Finanzstabilität als auch die Transmission der Geldpolitik beeinträchtigen.
Auslöser war eine informelle Sitzung der EU-Finanzminister in Nikosia (Zypern). Der Thinktank Bruegel hatte dort angeregt, die Liquiditätsanforderungen für Stablecoin-Emittenten zu senken und ihnen im Bedarfsfall Zugang zu EZB-Finanzierung zu ermöglichen. Ziel sei es, die Dominanz US-Dollar-denominierter Stablecoins einzudämmen und eine "digitale Dollarisierung" zu verhindern.
Bei der EZB stößt der Ansatz auf deutlichen Widerstand. EZB-Präsidentin Lagarde und weitere Offizielle argumentierten, Stablecoins könnten Bankeinlagen destabilisieren, die Refinanzierungskosten der Banken erhöhen, die Kreditvergabefähigkeit schwächen und die Zinssteuerung erschweren. Mehrere Zentralbankvertreter stellten zudem grundsätzlich infrage, ob die EZB zur "Kreditgeberin letzter Instanz" für Stablecoin-Emittenten werden sollte. Auch unter Finanzministern gibt es dem Bericht zufolge unterschiedliche Einschätzungen.
In der EU gelten für Stablecoins im Rahmen von MiCAR bereits strenge Vorgaben. In den USA verfolgt der 2025 verabschiedete GENIUS Act einen lockereren Ansatz. Euro-Stablecoins machen derzeit nur rund 0,3% des globalen Stablecoin-Angebots aus. Parallel treibt Europa die Initiative für einen digitalen Euro voran, um die Autonomie im Zahlungsverkehr zu stärken.