FBI deckt Netzwerk zur Krypto-Preismanipulation auf – Anklage gegen 10 ausländische Staatsangehörige
Ein bundesweiter Schlag gegen mutmaßliche Marktmanipulationen im Kryptosektor erhöht den regulatorischen und strafrechtlichen Druck auf Digital-Asset-Anbieter. US-Behörden nehmen koordinierte Handelspraktiken ins Visier, die Bewertungen künstlich aufgebläht und Anleger weltweit getäuscht haben sollen.
Das US-Justizministerium (DOJ) teilte mit, am 30. März Anklage gegen 10 Personen im Zusammenhang mit vier Unternehmen erhoben zu haben. Im Mittelpunkt stehen Absprachen über strukturierte Trades, die Handelsvolumen und Preise von Kryptowährungen verfälscht und so eine scheinbare Nachfrage erzeugt haben sollen. Nach Darstellung der Ermittler hätten die Beschuldigten nicht nur das Volumen und den Kurs bestimmter Token hochgetrieben, sondern anschließend durch Verkäufe an ahnungslose Investoren zu überhöhten Preisen Gewinne erzielt.
Betroffen sind demnach Mitarbeiter und Führungskräfte der Firmen Gotbit, Vortex, Antier und Contrarian. Allen wird vorgeworfen, mittels gezielt organisierter Handelsabläufe Nachfrage zu simulieren.
Die Behörden schilderten zudem eine grenzüberschreitende Dimension des Falls. Mehrere Festnahmen seien international erfolgt. Drei Angeklagte, darunter ranghohe Manager, wurden aus Singapur ausgeliefert und erschienen vor einem Bundesgericht in Oakland. Weitere Beteiligte hätten bereits Schuldgeständnisse abgelegt und seien verurteilt worden.
Grundlage der Ermittlungen ist die Aktion "Operation Token Mirrors". Dabei setzte das FBI einen eigens entwickelten Undercover-Token namens NexFundAI ein, um unzulässige Market-Making- und Wash-Trading-Dienstleistungen zu identifizieren und zu dokumentieren. Laut Aktenlage wurde das Verfahren über Anklagen zwischen März und September 2025 vorangetrieben; anschließende Festnahmen in Singapur und Auslieferungen brachten zentrale Führungspersonen in US-Gewahrsam.
Die Staatsanwaltschaft verweist auf weitreichende finanzielle Folgen: Diese sogenannten "Pump-and-Dump"-Modelle hätten Anlegern in den USA und anderen Ländern Verluste zugefügt; bislang seien Kryptowährungen im Wert von mehr als 1 Mio. US-Dollar beschlagnahmt worden. Zusätzlich zu den drei ausgelieferten Beschuldigten hätten zwei weitere bereits vor der US-Bundesrichterin Araceli Martínez-Olguín schuldig plädiert und Strafen erhalten. Den Ermittlern zufolge wurden Token-Kennzahlen vor dem Abverkauf der Positionen systematisch aufgebläht.
FAQ
Was wird in dem Verfahren vorgeworfen?
Angebliche Preis- und Volumenmanipulationen bei Kryptowährungen sowie die Irreführung von Investoren.
Welche Unternehmen stehen im Fokus?
Gotbit, Vortex, Antier und Contrarian.
Wie wurde Wash Trading aufgedeckt?
Über einen Undercover-Token (NexFundAI), mit dem das FBI Angebote und Umsetzung illegaler Market-Making-Dienste dokumentierte.
Welche Risiken bergen "Pump-and-Dump"-Schemata?
Anleger können Verluste erleiden, wenn künstlich aufgeblähte Token von Insidern zum Höchstkurs abverkauft werden.