Krypto-Anlageprodukte verzeichnen im Mai 2026 wöchentliche Abflüsse von 1,47 Mrd. US-Dollar

Nach Angaben von CoinDesk mussten Digital-Asset-Investmentprodukte in der vergangenen Woche erneut deutliche Mittelabflüsse hinnehmen. Netto wurden 1,47 Mrd. US-Dollar abgezogen – bereits die zweite Abflusswoche in Folge und ein weiterer Belastungsfaktor für die insgesamt schwache Mai-Entwicklung. Gemessen am Wochenvolumen handelt es sich um den drittgrößten Kapitalabzug seit 2026. Bitcoin und Ethereum standen erneut im Zentrum der Abflüsse. Aus Bitcoin-Produkten flossen innerhalb einer Woche rund 1,315 Mrd. US-Dollar ab. Damit sank der Nettozufluss seit Jahresbeginn von 3,9 Mrd. auf 2,6 Mrd. US-Dollar. Ethereum verzeichnete Abflüsse von 222,8 Mio. US-Dollar und lag damit in der Größenordnung der Vorwoche (rund 249 Mio. US-Dollar). Gleichzeitig gab es bei einzelnen Assets weiterhin Zuflüsse. XRP führte die größeren Coins mit 31,8 Mio. US-Dollar an. Bitcoin-bezogene Produkte verbuchten zusätzlich 10,2 Mio. US-Dollar Zufluss, Solana 7,7 Mio. US-Dollar. Der Bericht hebt hervor, dass bei neun Assets die wöchentlichen Zuflüsse jeweils über 1 Mio. US-Dollar lagen. Auch regional zeigt sich ein breiterer Druck. In Deutschland blieb die Aktivität nahezu unverändert. Abflüsse wurden unter anderem aus der Schweiz (16,2 Mio. US-Dollar), Kanada (12,5 Mio. US-Dollar) und Hongkong (12,2 Mio. US-Dollar) gemeldet. Insgesamt fielen die Kapitalflüsse in Nordamerika sowie in mehreren Offshore-Märkten schwächer aus. Als Treiber der aktuellen Abflusswelle nennt der Bericht zwei Faktoren: Zum einen die wiederkehrenden Spannungen im Nahen Osten. Zwar hatte US-Präsident Trump ein Friedensabkommen mit dem Iran angekündigt, was die Stimmung kurzfristig stützte, der Effekt ebbte jedoch rasch ab und die Risikobereitschaft nahm erneut ab. Zum anderen bleibt der Ausblick für US-Regulierungsgesetze im Kryptobereich unsicher. Der Schwung für den CLARITY Act habe sich in der vergangenen Woche deutlich verlangsamt; die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung sei auf 50% gesunken. Vor dem Hintergrund anhaltender regulatorischer Unklarheit reduzierten einige institutionelle Anleger ihre Positionen, was die Zeichnungen bei Digital-Asset-Produkten insgesamt belastete.