Tether sperrt in 30 Tagen USDT im Wert von 515 Mio. US-Dollar auf 371 Adressen

Tether hat in den vergangenen 30 Tagen insgesamt 371 Wallet-Adressen auf den Netzwerken Ethereum und Tron auf eine Sperrliste gesetzt und USDT im Umfang von rund 515 Mio. US-Dollar eingefroren. Das geht aus aktuellen Daten hervor. Der betrachtete Zeitraum endet am 7. Mai. Laut dem USDT Freeze Tracker von Blocksec entfielen 329 der 371 Sperrmaßnahmen auf Tron, 42 auf Ethereum. Die Verteilung spiegelt die starke Nutzung von USDT auf Tron wider, das sich in vielen Schwellenländern als führende Abwicklungskette für Stablecoin-Transaktionen etabliert hat, insbesondere in Südostasien, Lateinamerika und Afrika. Technisch basiert das Einfrieren auf einem zentralen Administrationsschlüssel im USDT-Smart-Contract. Wird eine Adresse markiert, meist auf Anfrage von Strafverfolgungsbehörden oder nach belastbaren Hinweisen auf Diebstahl, Betrug oder Sanktionsverstöße, kann Tether den Transfer der Guthaben aus der betroffenen Wallet einseitig blockieren. Nach Angaben im Datensatz wurde dieses Instrument in der Vergangenheit auch in Zusammenarbeit mit Behörden wie dem U.S. Department of Justice und Europol genutzt. Die zentrale Eingriffsmöglichkeit bleibt in der Krypto-Community umstritten: Kritiker sehen darin einen Widerspruch zum Selbstverwahrungsprinzip, Befürworter verweisen auf den Nutzen im Kampf gegen Geldwäsche, Ransomware-Zahlungen und groß angelegte Finanzkriminalität. Der Umfang der Sperren im Mai gilt als auffällig: Das Einfrieren von mehr als einer halben Milliarde US-Dollar binnen eines Monats deutet auf mehr behördliche Anfragen, eine ausgeweitete interne Compliance-Prüfung oder beides hin. Blocksec weist nicht aus, wie viele der 371 Adressen direkt auf staatliche Anordnung gesperrt wurden und wie viele auf interne Protokolle von Tether zurückgehen. Tron steht in diesem Kontext besonders im Fokus. Das von Justin Sun gegründete Netzwerk wurde von Blockchain-Analysefirmen wiederholt wegen hoher Volumina mutmaßlich illegaler Geldflüsse hervorgehoben. Tether hat zum 30-Tage-Gesamtumfang der Sperren bislang keine öffentliche Stellungnahme abgegeben.