Saylor's Strategy dominiert Bitcoin-Käufe – Nachfrage aus Treasury-Firmen bricht ein
Der Bitcoin-Kaufrausch von Unternehmen konzentriert sich praktisch auf einen einzigen Akteur – und aus dem ursprünglich als Breitenbewegung gedachten Trend wird zunehmend ein Klumpenrisiko. Strategy, der weltweit größte Corporate-Halter von Bitcoin, hat in den vergangenen 30 Tagen laut einem diese Woche veröffentlichten CryptoQuant-Bericht rund 45.000 BTC gekauft. Das ist das schnellste Akkumulationstempo seit April 2025.
Alle anderen Treasury-Unternehmen zusammen kamen im gleichen Zeitraum nur auf etwa 1.000 BTC. Gegenüber dem Spitzenwert von 69.000 BTC im August des Vorjahres entspricht das einem Rückgang um 99%. Ihr Anteil an den gesamten Käufen fiel auf 2%, nachdem er auf dem Höhepunkt des Trades bei 95% gelegen hatte. Nach Daten von CryptoQuant hält Strategy inzwischen rund 76% aller Bitcoin, die von Treasury-Unternehmen gehalten werden.
Damit bestätigt sich, wovor Galaxy Digital bereits im vergangenen Sommer gewarnt hatte. In einem Bericht vom Juli bezeichnete Galaxy das Modell der Digital-Asset-Treasury-Companies als Liquiditätsderivat, das nur funktioniert, solange die Aktien mit einem Aufschlag auf die zugrunde liegenden Bitcoin-Bestände handeln. Sobald dieser Aufschlag schrumpft, dreht der Mechanismus: Fallende Kurse drücken den Nettoinventarwert, der Equity-Premium verschwindet, und Aktienemissionen werden verwässernd statt wertsteigernd.
Genau dieses Szenario hat sich weitgehend materialisiert. Im Juli und August 2025, dem DATCO-Sommer, als diese Firmen aggressiv akkumulierten, notierte BTC über 110.000 US-Dollar. Aktuell liegt der Kurs laut CoinDesk-Marktdaten unter 70.000 US-Dollar und erholt sich nur langsam vom Crash am 10. Oktober. Unternehmen, die nahe dem Zyklushoch stark gekauft hatten, darunter Metaplanet und Nakamoto Holdings, lagen laut Galaxy-Analyse im Dezember bei durchschnittlichen Einstandskosten von über 107.000 US-Dollar – und damit bei den aktuellen Preisen deutlich im Minus.
Strategy hat sich zugleich defensiver positioniert: Im Dezember meldete das Unternehmen eine Liquiditätsreserve von 1,44 Milliarden US-Dollar mit dem Ziel, diese perspektivisch so auszubauen, dass 24 Monate Dividenden- und Zinsverpflichtungen gedeckt werden können. An der Kaufstrategie hat das bislang wenig geändert. Die CryptoQuant-Zahlen zeigen, dass kein anderes Unternehmen mithält – viele haben ihre Käufe faktisch eingestellt.
Unterm Strich ist die Nachfrage heute deutlich stärker konzentriert, als es der Markt in Aussicht gestellt bekam. Auf der Bitcoin Asia in Hongkong im vergangenen Sommer hatten Treasury-Firmen sich noch als skalierbare neue Klasse von Corporate-Käufern präsentiert, die Angebot aufnehmen und eine passive Bitcoin-Exponierung übertreffen könne. Derzeit läuft diese Erzählung auf eine einzige Bilanz hinaus.