Krypto-Markt unter Druck: 4,4 Mrd. US-Dollar ETF-Abflüsse und 1,3 Mrd. US-Dollar Liquidationen
Die institutionelle Nachfrage nach Bitcoin hat in den vergangenen drei Wochen deutlich nachgelassen. US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten in einer Rekordserie von 13 Sitzungen Nettoabflüsse von rund 4,4 Mrd. US-Dollar. Auf BlackRocks IBIT entfielen dabei allein mehr als 3,3 Mrd. US-Dollar. Die Abflüsse deuten darauf hin, dass institutionelle Investoren ihr Risiko reduzierten, während sich das Marktumfeld eintrübte.
Auch das Timing spielte eine Rolle: Bitcoin [BTC] stand bereits an wichtigen Unterstützungszonen unter Druck. Mit zunehmender Dynamik bei den ETF-Abflüssen fiel BTC unter den Bereich von 80.000 bis 82.000 US-Dollar und rutschte später in Richtung 60.000 US-Dollar.
Damit verschoben sich die Kräfte im Markt. Zuvor hatte ETF-Nachfrage Rücksetzer häufig abgefedert und Angebot aufgenommen. Mit dem nachlassenden Rückhalt mussten Käufer am Spotmarkt mehr Volumen schultern. Erholungen blieben entsprechend schwächer, während Verkaufsdruck an Einfluss gewann.
Die Schwäche weitete sich rasch über Bitcoin hinaus aus. Mit defensiverer Positionierung floss Kapital aus Altcoins noch schneller ab. Die gesamte Marktkapitalisierung des Kryptomarkts sank in der vergangenen Woche um rund 15% auf 2,08 Bio. US-Dollar. Auf Monatssicht weiteten sich die Verluste auf mehr als 22% aus, ein weiteres Signal für ein ausgeprägtes Risk-off-Umfeld.
Besonders stark traf es höher volatile Assets. Ethereum [ETH], Solana [SOL] und andere große Layer-1-Netzwerke gaben deutlicher nach als Bitcoin, da Investoren riskantere Marktsegmente mieden. Die Bitcoin-Dominanz (BTC.D) stieg in Richtung 58%, während der Altcoin Season Index im niedrigen 40er-Bereich verharrte und damit klar unter Altseason-Niveau blieb. Sinkende Risikobereitschaft und rückläufige Marktteilnahme erschweren eine nachhaltige Erholung, solange die Nachfrage in den großen Ökosystemen nicht stabilisiert.
Zudem spiegelte der Rückgang zunehmend den Abbau von Leverage wider, nicht nur Verkäufe am Spotmarkt. Als Bitcoin und große Altcoins zentrale Unterstützungen rissen, gerieten Trader, die auf eine Gegenbewegung gesetzt hatten, unter Druck. Die Verluste lösten Zwangsliquidationen aus, brachten zusätzliches Angebot in den Markt und beschleunigten den Abverkauf.
Innerhalb von 24 Stunden wurden laut Derivatemärkten Positionen im Wert von mehr als 1,3 Mrd. US-Dollar liquidiert, davon über 1 Mrd. US-Dollar aus Long-Positionen. Auf Bitcoin entfielen 457,5 Mio. US-Dollar, auf Ethereum 356 Mio. US-Dollar. Der Abverkauf baute überschüssige Hebelwirkung ab, ließ den Markt aber weiter nach tragfähiger Nachfrage suchen und hielt die Volatilität hoch. Solange Käufer das zusätzliche Angebot nicht aufnehmen, dürfte es schwer bleiben, einen belastbaren Boden zu etablieren.
Zusammenfassung: Die Nettoabflüsse aus Bitcoin-ETFs stiegen auf 4,4 Mrd. US-Dollar und schwächten eine zentrale Liquiditätsquelle, was den Druck im Kryptomarkt erhöhte. Gleichzeitig beschleunigten 1,3 Mrd. US-Dollar an Liquidationen die breite Enthebelung, während der Markt rund 15% an Wert verlor und die Volatilität erhöht blieb.