Bitcoin rutscht unter 77.000 US-Dollar – Kryptomarkt unter Druck durch Inflation und geopolitische Spannungen
Der Kryptomarkt setzte seine Schwäche am Montag fort. Laut CoinDesk belasteten höher als erwartet ausgefallene US-Inflationsdaten, steigende Ölpreise und ins Stocken geratene Gespräche zwischen den USA und dem Iran die Risikostimmung. Die gesamte Marktkapitalisierung fiel in den vergangenen 24 Stunden um rund 3,8% auf 2,56 Billionen US-Dollar; Bitcoin rutschte zwischenzeitlich unter 77.000 US-Dollar.
CoinGlass zufolge wurden innerhalb von 24 Stunden Krypto-Positionen im Wert von mehr als 670 Mio. US-Dollar liquidiert, knapp 95% davon Long-Positionen. Als Bitcoin wichtige Marken um 80.000 und 78.000 US-Dollar unterschritt, lösten Zwangsliquidationen gehebelter Positionen zusätzlichen Abwärtsdruck aus. Ethereum näherte sich kurzzeitig 2.100 US-Dollar, gab dann aber um fast 6% nach. Große Tokens wie SOL, XRP, BNB, DOGE und HYPE fielen ebenfalls, die Verluste lagen überwiegend zwischen 5% und 12%.
Auf der Makroseite dämpfen Inflation und steigende Renditen die Risikobereitschaft. Der jüngste US-Erzeugerpreisindex (PPI) stieg im Jahresvergleich auf 6%, nachdem der Verbraucherpreisindex (CPI) zuvor mit 3,8% im Jahresvergleich gemeldet worden war – beide Werte lagen über den Markterwartungen. Damit sinken die Erwartungen auf kurzfristige Zinssenkungen der Fed. Parallel zog die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe von etwa 4,5% auf 4,6% an, was festverzinsliche Anlagen attraktiver machte und die Bereitschaft reduzierte, in risikoreichere Assets wie Kryptowährungen zu investieren.
Zusätzlicher Druck kam von der geopolitischen Lage und von Abflüssen aus ETFs. Nachdem die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran ins Stocken geraten waren, stiegen WTI-Rohöl-Futures auf über 107 US-Dollar je Barrel und setzten die Rally der Vorwoche fort. Höhere Ölpreise schürten Sorgen über importierte Inflation und belasteten Risikoanlagen.
Auf der Finanzierungsseite verzeichneten US-Spot-Bitcoin-ETFs in der vergangenen Woche kumuliert Nettoabflüsse von über 1 Mrd. US-Dollar und beendeten damit mehrere Wochen mit Zuflüssen. Auch Spot-Ethereum-ETFs wiesen weiter Abflüsse auf, was auf eine nachlassende institutionelle Nachfrage hindeutet.
On-Chain-Daten zeigen zudem, dass Bitcoin-Miner zuletzt rund 800 BTC verkauften – basierend auf dem im Artikel genannten Preis entspricht das etwa 64 Mio. US-Dollar. Außerdem wurde berichtet, dass Strategy Risiken im Zusammenhang mit seinen Wandelanleihen-Verpflichtungen offengelegt habe, was die Aufmerksamkeit auf die künftigen Pläne des Unternehmens für seine Bitcoin-Bestände lenkte.