Bitcoin-Fonds ziehen 933 Mio. US-Dollar an – Krypto-ETFs erreichen höchsten AUM-Stand seit Februar

Institutionelle Anleger kehren in diesem Zyklus schneller in den Kryptomarkt zurück als Privatanleger – und die jüngsten Zuflüsse untermauern die Rally, die Bitcoin zuletzt weitgehend unbemerkt hingelegt hat. Wie CoinShares am Montag mitteilte, verzeichneten digitale Anlageprodukte in der vergangenen Woche Zuflüsse von 1,2 Mrd. US-Dollar. Damit war es die vierte Woche in Folge mit Mittelzuflüssen. Das verwaltete Vermögen (Assets under Management, AUM) aller Krypto-Fonds stieg auf 155 Mrd. US-Dollar und damit auf den höchsten Stand seit dem 1. Februar, liegt aber weiterhin deutlich unter dem Hoch von 263 Mrd. US-Dollar aus Oktober 2025. Auf Bitcoin entfielen 933 Mio. US-Dollar; seit Jahresbeginn summieren sich die Zuflüsse damit auf 4 Mrd. US-Dollar. Ether zog 192 Mio. US-Dollar an und lag damit die dritte Woche in Folge über 190 Mio. US-Dollar. Neben klassischen kryptobezogenen Fonds rücken Blockchain-Aktien-ETFs stärker in den Fokus. Diese Produkte investieren in börsennotierte Unternehmen, die Umsätze mit Krypto-Infrastruktur erzielen – etwa Miner, Handelsplätze und Chip-Hersteller mit Absatz in Krypto-Anwendungen. In den vergangenen drei Wochen flossen hier insgesamt 617 Mio. US-Dollar zu, darunter eine Rekordwoche. CoinShares-Analyst James Butterfill sprach von einer sprunghaft gestiegenen Nachfrage nach indirektem Technologie-Exposure zur Anlageklasse. Das Muster deutet darauf hin, dass Investoren, die Spot-Bitcoin nicht direkt halten können oder wollen, verstärkt auf Aktien-Vehikel rund um den Sektor ausweichen. Bitcoin erreichte über Nacht 79.399 US-Dollar, den höchsten Stand seit dem 31. Januar, und drehte anschließend auf 77.705 US-Dollar. Die Zone um 80.000 US-Dollar gilt als technisch relevant, weil Käufer aus Januar und Februar dort nahe an die Gewinnschwelle kommen, nachdem Positionen durch die korrekturbedingte Abwärtsbewegung belastet wurden. In der neuen Woche wird sich zeigen, ob die institutionellen Zuflüsse den potenziellen Verkaufsdruck auffangen können – oder ob eine dritte Zurückweisung im Bereich um 79.000 US-Dollar eher eine Handelsspanne etabliert als den Ausbruch vorbereitet. Für die Risikostimmung wird zudem die Berichtssaison der US-Tech-Schwergewichte entscheidend: Am Mittwoch und Donnerstag legen Alphabet, Microsoft, Amazon und Meta Zahlen vor, am Donnerstag folgt Apple. Zusammen stehen diese Unternehmen für rund ein Viertel der Marktkapitalisierung des S&P 500. Ihre Ergebnisse dürften mitbestimmen, ob der "Risk-on"-Trend, der Bitcoin parallel zu Aktien getragen hat, anhält. Starke Zahlen könnten die vierwöchige Serie von Krypto-Zuflüssen verlängern und Bitcoin den Impuls liefern, um 80.000 US-Dollar zu überwinden. Schwächere Ergebnisse könnten die Kurse dagegen weiter unter Druck setzen.