Bitcoin sprengt Handelsspanne von zwei Monaten – Krypto-Fonds verzeichnen Zuflüsse von 1,4 Mrd. US-Dollar
Krypto-Anlageprodukte haben laut CoinDesk die stärksten wöchentlichen Mittelzuflüsse seit Januar verbucht: 1,4 Mrd. US-Dollar frisches Kapital. Rückenwind kam von wachsendem Optimismus im Zusammenhang mit einer Waffenruhe sowie nachlassenden Inflationssignalen. Parallel dazu löste sich Bitcoin aus seiner Handelsspanne der vergangenen zwei Monate und stieg bis auf 77.900 US-Dollar – der höchste Stand seit Anfang Februar.
Wie aus dem am Montag veröffentlichten Bericht von CoinShares hervorgeht, verzeichneten Digital-Asset-Fonds damit die dritte Woche in Folge Nettozuflüsse. Das verwaltete Vermögen (Assets under Management) stieg auf 155 Mrd. US-Dollar. Die Zuflüsse dieser Woche entsprachen 0,91% des gesamten verwalteten Vermögens – der bislang höchste Wert in diesem Jahr.
Bitcoin dominierte die Zuflüsse: Bitcoin-bezogene Produkte sammelten 1,12 Mrd. US-Dollar ein; damit summieren sich die Zuflüsse seit Jahresbeginn auf 3,1 Mrd. US-Dollar. Ethereum-Produkte zogen nach CoinGecko-Daten 328 Mio. US-Dollar an – der höchste Wochenwert seit Januar – und liegen seit Jahresbeginn bei 197 Mio. US-Dollar. Bei XRP und Solana wurden dagegen Abflüsse von 56 Mio. US-Dollar beziehungsweise 2,3 Mio. US-Dollar registriert.
Regional entfielen laut CoinShares 1,5 Mrd. US-Dollar der Zuflüsse auf die USA. In Deutschland wurden 28 Mio. US-Dollar an Zuflüssen gemeldet. Die Schweiz fiel aus dem Rahmen: Dort verzeichnete der Markt 138 Mio. US-Dollar Abflüsse – der größte Kapitalabzug aus der Schweiz seit November 2025 – und stand damit im Gegensatz zur insgesamt höheren Risikobereitschaft.
Bei US-Spot-Bitcoin-ETFs näherten sich die Nettozuflüsse in der Vorwoche insgesamt der Marke von 1 Mrd. US-Dollar. SoSoValue zufolge lag allein am Freitag der Nettozufluss bei 663,9 Mio. US-Dollar – der höchste Tageswert seit Mitte Januar. Nexo-Analystin Dessislava Ianeva sagte, mit der Freischaltung des Handels über weitere Vermögensverwaltungsplattformen – Morgan Stanley als jüngstes Beispiel, zudem habe Goldman Sachs eine Woche später einen Antrag eingereicht – dürften diese Produkte einen wachsenden Anteil des verfügbaren Bitcoin-Angebots binden. Gegenüber Decrypt betonte sie, die Nachfrage könne auch ohne makroökonomische Auslöser anhalten, da sie zunehmend in die von der Wall Street aufgebaute Vertriebsinfrastruktur eingebettet sei.
Auffällig sei zudem, dass die Kapitalströme nicht mehr nur auf Bitcoin-ETFs konzentriert seien. Über 12 Handelstage im April flossen laut Ianeva Mittel in Bitcoin- und Ethereum-ETFs in etwa im Verhältnis 4 zu 1: 1,6 Mrd. US-Dollar gegenüber 385 Mio. US-Dollar – ein Muster, das historisch häufig auf eine breitere Marktteilnahme hindeute.
Als Treiber der Zuflüsse gelten der Anstieg des Bitcoin-Kurses und eine anhaltende Erholung der Risikoneigung. Genannt werden vor allem die Verlängerung der Waffenruhe-Gespräche zwischen den USA und Iran, bessere Liquiditätsbedingungen sowie besser als erwartete Inflationsdaten für März, wie Decrypt zuvor berichtete. Nach dem Halving würden Miner rund 450 Bitcoins pro Tag erzeugen, während die tägliche Netto-Nachfrage der ETFs ein Vielfaches davon ausmache, so Ianeva. Das könne das verfügbare Angebot weiter verknappen und den Preis stützen.
Trotz der Erholung verweisen Marktbeobachter darauf, dass geopolitische Entwicklungen und makroökonomische Entscheidungen die Risikostimmung rasch drehen können. Zusätzlich könnte eine Umschichtung von Portfolios im Zuge der US-Steuersaison im April die seitwärts gerichtete Phase bei Bitcoin verlängern.