Krypto-ETPs verzeichnen Zuflüsse von 224 Mio. US-Dollar – getrieben von der Schweiz und XRP

Globale Krypto-Exchange-Traded Products (ETPs) haben in der vergangenen Woche laut CoinShares Zuflüsse von 224 Mio. US-Dollar verbucht, nachdem in der Vorwoche 414 Mio. US-Dollar abgeflossen waren. Der Wert wirkt wie eine Erholung, fällt bei genauerem Blick aber deutlich weniger breit aus. Allein die Schweiz stand für rund 157 Mio. US-Dollar der gesamten 224 Mio. US-Dollar – damit kamen etwa 70% der weltweiten Zuflüsse aus nur einem Land. Deutschland und die USA steuerten jeweils rund 28 Mio. US-Dollar bei. Kanada lag mit 11 Mio. US-Dollar deutlich darunter. Auch nach Assets ist die Bewegung stark konzentriert: XRP führte die Zuflüsse mit etwa 120 Mio. US-Dollar an – mehr als die Hälfte des globalen Gesamtwerts und die höchste Wochenaufnahme seit Mitte Dezember 2025. Aus US-Spot-XRP-ETFs kam davon praktisch nichts. Daten von SoSoValue zeigen, dass die fünf in den USA gelisteten Spot-XRP-ETFs in den vergangenen zwei Wochen nahezu durchgehend nahe Null lagen. Das verwaltete Nettovermögen beträgt zusammen 940 Mio. US-Dollar, verteilt auf Produkte von Canary, Bitwise, Franklin, 21Shares und Grayscale. Die 120 Mio. US-Dollar Zuflüsse entfielen damit fast vollständig auf europäische und internationale ETP-Nachfrage. Bitcoin-ETPs verzeichneten 107 Mio. US-Dollar Zuflüsse, davon kamen lediglich 22 Mio. US-Dollar aus US-Spot-Bitcoin-ETFs, die seit Jahresbeginn weiter im Minus liegen. Strategy teilte am Wochenende mit, in derselben Woche 4.871 BTC für rund 330 Mio. US-Dollar gekauft zu haben. Damit gab ein einzelnes Unternehmen etwa das 15-Fache dessen aus, was der gesamte US-Spot-Bitcoin-ETF-Markt an Nettozuflüssen anzog. ETFs nahmen im rollierenden 30-Tage-Fenster des März rund 50.000 BTC auf – der höchste Wert seit Oktober 2025, wie CoinDesk vergangene Woche berichtete. Der anhaltende institutionelle Kaufdruck läuft damit weitgehend über zwei Kanäle: Spot-ETFs und Strategy. Selbst der ETF-Kanal zeigt auf Wochenbasis nachlassende Dynamik. Der breitere ETP-Markt – inklusive gehebelter Produkte, Short-Produkte und Altcoin-Fonds in Dutzenden Ländern – stützt die Erzählung "Institutionelle kaufen" derzeit nicht. Ether-Produkte setzten ihre Abflüsse fort: Nach 222 Mio. US-Dollar in der Vorwoche flossen weitere 53 Mio. US-Dollar ab. Damit summieren sich die Abflüsse seit Jahresbeginn auf 327 Mio. US-Dollar. Im Kontrast dazu kaufte Bitmine Immersion Technologies (BMNR) vergangene Woche 71.252 ETH – der größte Wochenerwerb seit Dezember 2025 – und hält nun 4,8 Mio. Token im Wert von rund 10 Mrd. US-Dollar. Während ETH-Fondsinvestoren Kapital abziehen, erhöht der größte Corporate-ETH-Käufer der Welt sein Tempo. CoinShares-Analyst James Butterfill führt die Ether-Schwäche unter anderem auf Unsicherheit rund um den CLARITY Act zurück, ein Stablecoin-Gesetzesvorhaben, das eng mit dem Ethereum-Ökosystem verknüpft ist. Die geografische Verteilung liefert wichtige Hinweise darauf, wo die Überzeugung tatsächlich sitzt. Der Coinbase Premium Index, der abbildet, ob Bitcoin auf der Börse mit der stärksten Assoziation zu US-institutionellen Flüssen mit Auf- oder Abschlag handelt, ist seit dem Allzeithoch von über 126.000 US-Dollar im Oktober 2025 dauerhaft negativ. US-Käufer treten nicht in großem Stil auf – und die ETP-Daten bestätigen das. 28 Mio. US-Dollar Zuflüsse in den USA gegenüber 157 Mio. US-Dollar aus der Schweiz deuten darauf hin, dass der marginale Käufer derzeit eher in Europa als in Amerika zu finden ist.