Großstörung bei Coinbase: Handel nach AWS-Hardwareproblem stundenlang unterbrochen

Nach Angaben von CoinDesk kam es bei Coinbase, der größten US-Kryptobörse, zu einem weitreichenden technischen Ausfall, der den Handel vollständig zum Erliegen brachte. Die Plattform schaltete sämtliche Märkte in den Modus "cancel-only", neue Orders waren damit nicht mehr möglich. Nutzer berichteten von stundenlangen Einschränkungen. Laut Statusseite und Support-Updates von Coinbase lag die Ursache in einem physischen Hardwareproblem in einem Rechenzentrum von Amazon Web Services. In der betroffenen AWS-Availability-Zone "use1az4" in "US East 1" seien "erhöhte Temperaturen" aufgetreten, wodurch die Trading-Engine von Coinbase nicht mehr reagierte. Coinbase erklärte, das Team untersuche den Vorfall und werde Updates bereitstellen; Kundengelder seien sicher. Der längere Ausfall löste in Tech- und Krypto-Kreisen deutliche Kritik an der Backend-Architektur aus. Beobachter monierten, dass Probleme in einer einzelnen AWS-Region ausgereicht hätten, um einen großen Finanzdienstleister wie Coinbase lahmzulegen. Besonders ungünstig war das Timing: Nur wenige Stunden zuvor hatte Coinbase enttäuschende Zahlen für das erste Quartal vorgelegt. Das Unternehmen meldete einen Verlust von 1,49 US-Dollar je Aktie. Der Umsatz lag mit 1,41 Mrd. US-Dollar unter den Erwartungen von 1,52 Mrd. US-Dollar. Die Aktie fiel daraufhin im nachbörslichen Handel um 4%. Coinbase treibt den Umbau zu einer "One-Stop"-Plattform für Stablecoins, tokenisierte Real-World-Assets und weitere Produkte voran, bezeichnet den Übergang aber als schwierig. Zuletzt kündigte das Unternehmen zudem einen Stellenabbau um 14% an, was rund 700 Jobs entspricht.