Coinbase: Auch lautester CLARITY-Kritiker steht mit seiner Bank in der Schlange

Coinbase sieht das sogenannte CLARITY-Gesetz kurz vor der Verabschiedung. Der für Politik zuständige Coinbase-Manager Faryar Shirzad sagte am Dienstag in einem Interview bei Fox Business, es handle sich um das bedeutendste Finanzregulierungsvorhaben seit Dodd-Frank. Shirzad dreht damit das bekannte Narrativ "Krypto gegen Banken" um. Nach seiner Darstellung wäre CLARITY die erste Gesetzgebung seit den 1990er-Jahren, die Banken ausdrücklich neue Befugnisse für den Einstieg in den Kryptomarkt einräumt – und die Institute wollten genau das. "Ich weiß, dass JPMorgan einsteigen will. Jede andere große Bank will in den Kryptosektor", sagte er. Die Aussage ist brisant, weil JPMorgan-CEO Jamie Dimon erst vergangene Woche angekündigt hatte, das Gesetz bekämpfen zu wollen – und weil JPMorgan zugleich die Hausbank von Coinbase ist. Shirzad bezifferte die Chancen für eine Verabschiedung hoch. Er verwies auf eine geschlossene republikanische Fraktion sowie auf rund 80 Demokraten im Repräsentantenhaus, die das Vorhaben unterstützt hätten. Zeitdruck kommt hinzu: Senatorin Cynthia Lummis warnte, das nächste realistische Zeitfenster für eine umfassende Digital-Asset-Gesetzgebung nach diesem Kongress liege erst 2030. Das Gesetz passierte den Senate Banking-Ausschuss mit 159 und benötigt im Plenum 60 Stimmen.