CME startet 24/7-Handel mit Bitcoin-Futures und -Optionen – Wochenendlücke verschwindet

Die CME Group ist im "Always-on"-Kryptomarkt angekommen: Seit Freitag werden Bitcoin-Futures und -Optionen an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr über Globex, die elektronische Handelsplattform der CME, gehandelt. Einzig eine wöchentliche Wartungspause von 60 Minuten ist vorgesehen – jeweils sonntags zwischen 22:00 und 23:00 Uhr UTC. Wochenendgeschäfte werden zwar weiterhin erst am nächsten Geschäftstag gecleart, strukturell fällt damit aber eine der bekanntesten Ineffizienzen im Bitcoin-Markt weitgehend weg: die CME-Wochenendlücke. Über Jahre galt die Phase vom Handelsschluss am Freitag bis zur Wiedereröffnung am Sonntag als verlässliche Quelle für sogenannte "Gap-Fills". Händler positionierten sich gezielt auf das Schließen dieser Lücken, die durch den Unterschied zwischen den eingeschränkten CME-Handelszeiten und dem durchgehend geöffneten Spotmarkt entstanden. Die typischerweise dünne Liquidität am Wochenende verstärkte Bewegungen zusätzlich. Häufig kam es bei der Wiedereröffnung am Sonntag um 23:00 Uhr UTC zu sprunghaften Ausschlägen, wenn sich die Futures an die über das Wochenende veränderten Spotkurse anpassten. Das Wochenend-Price-Action war meist volumenarm und oft eher "Rauschen"; flache Orderbücher vergrößerten Moves, die nach Rückkehr institutioneller Akteure am späten Sonntag nicht selten wieder zurückliefen. Die Wartungsphase liegt nun genau in diesem Zeitfenster (22:00–23:00 Uhr UTC am Sonntag). Entsprechend könnte der Slot einen Teil seines bisherigen Charakters behalten: Wenn Globex offline ist, dürfte die Liquidität ausdünnen, und zur Wiederaufnahme um 23:00 Uhr sind kurzfristige Volatilitätsspitzen möglich. Das bleibt in den kommenden Wochen ein wichtiger Beobachtungspunkt. In der Breite endet die Ära der klassischen CME-Wochenendlücke dennoch. Mit der Angleichung an die 24/7-Marktstruktur von Bitcoin sinken Wochenend-Risikoprämien, Hedging wird für institutionelle Teilnehmer effizienter. Asset Manager, Hedgefonds und Corporate-Treasury-Teams können Positionen fortan kontinuierlich steuern, statt auf die Markteröffnung zu warten. Gleichzeitig sitzt die Liquidität weiterhin anderswo. Cole Kennelly, Founder & CEO von Volmex Labs, sagte gegenüber CoinDesk, die Optionsmärkte auf den BlackRock-ETF IBIT wiesen derzeit ein Open Interest von rund 27 bis 30 Mrd. US-Dollar auf. Dem stünden bei CME Bitcoin-Futures-Optionen lediglich etwa 800 bis 900 Mio. US-Dollar gegenüber. Dieses Ungleichgewicht erklärt, warum sich der BVIVUS Index (BVUS) – abgeleitet aus dem tieferen Optionsmarkt von IBIT – als bevorzugter institutioneller Benchmark für Bitcoin-Volatilität etabliert hat. Offshore-Perpetual-Futures und ETF-Optionen dürften vorerst dominieren, auch wenn der 24/7-Schritt der CME einen zentralen Reibungsverlust beseitigt. Aktuell sind drei CME-Gaps offen, alle in diesem Jahr entstanden. Zwei liegen oberhalb des aktuellen Bitcoin-Spotpreises von rund 73.000 US-Dollar: eines aus dem späten Januar nahe 80.000 US-Dollar, ein weiteres bei etwa 78.500 US-Dollar. Das dritte Gap befindet sich unter dem Markt, knapp unter 70.000 US-Dollar.