Fed belässt Leitzins unverändert – Inflationssorgen rücken wieder in den Fokus

Die US-Notenbank Fed hat am Donnerstagabend den Leitzins wie erwartet unverändert in der Spanne von 3,5% bis 3,75% belassen. Angesichts neuer Inflationsrisiken durch steigende Energiepreise setzt die Fed in ihrer aktuellen Ausrichtung auf einen "Wait-and-see"-Kurs. Fed-Chef Jerome Powell betonte, die Notenbank sei bereit, die Zinsen bei Bedarf sowohl anzuheben als auch zu senken. Offiziell sieht sich die Fed derzeit in einem neutralen Zinsumfeld. An den Märkten verschiebt sich die Erwartung aber in Richtung weiterer Straffung: Für dieses Jahr wird eine Zinserhöhung inzwischen wahrscheinlicher eingeschätzt als eine Senkung. Wie das Wall Street Journal berichtet, haben Investoren nach eher restriktiven Signalen aus dem Kreis der Fed begonnen, auf eine mögliche Anhebung zu setzen. Zwar bleibt die Wahrscheinlichkeit insgesamt gering, doch Daten zu Zinsfutures an der CME zeigen, dass aktuell eine Wahrscheinlichkeit von 11% für eine Zinserhöhung in diesem Jahr eingepreist ist. Zuvor lag dieser Wert im Tagesverlauf bei 5% und am 29. April bei 0%. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung bleibt laut den Futures-Daten bei rund 2%. Damit deutet sich eine Verschiebung der Markterwartungen weg von Zinssenkungen hin zu einem längeren Stillhalten oder sogar zu steigenden Zinsen an. Als entscheidend gelten die kommenden Inflationsdaten sowie weitere Aussagen der Fed. Laut CME FedWatch wird für Juni mit einer Wahrscheinlichkeit von 98,6% ein unveränderter Leitzins erwartet; die Chance auf eine Senkung um 25 Basispunkte liegt bei 1,4%. Für Juli werden 96,5% für unveränderte Zinsen und 3,4% für eine Senkung um 25 Basispunkte ausgewiesen. Für September liegen die Wahrscheinlichkeiten bei 96,1% (unverändert) und 3,8% (Senkung um 25 Basispunkte). *Dies ist keine Anlageberatung.