CME und Nasdaq bringen Krypto-Index-Futures auf den Markt – mit BTC, ETH, SOL und XRP

CME Group, Betreiber der weltweit größten Terminbörse für Finanzderivate, will am 8. Juni die Nasdaq CME Crypto Index Futures einführen. Das neue Produkt bündelt die Kursentwicklung von sieben Kryptowährungen in einem einzigen Futures-Kontrakt. Wie CME am Donnerstag mitteilte, bildet der Index einen nach Marktkapitalisierung gewichteten Korb aus Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH), Solana (SOL), XRP, Cardano (ADA), Chainlink (LINK) und Stellar (XLM) ab. Die Kontrakte sollen in Standard- und Mini-Varianten verfügbar sein und bei Fälligkeit bar auf Basis des Referenzpreises des Index abgerechnet werden. Nasdaq und CME erklärten, der Index solle die Performance der größten und am aktivsten gehandelten Kryptowährungen nach Marktkapitalisierung messen. Für die CME Group ist es das erste Krypto-Futures-Angebot mit Marktkapitalisierungsgewichtung und Teil des Ausbaus regulierter Derivate auf eine breitere Palette digitaler Assets. CME verwies auf die wachsende Beteiligung institutioneller Investoren an regulierten Kryptomärkten: Das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen der eigenen Krypto-Derivate sei in diesem Jahr um 43% gestiegen. Anfang des Monats hatte CME zudem Bitcoin Volatility Futures eingeführt, ein reguliertes Instrument zur Abbildung der erwarteten Bitcoin-Volatilität über die nächsten 30 Tage. Der Markt für Krypto-Derivate weitet sich zunehmend über Bitcoin und Ethereum hinaus aus. Börsen und Trading-Plattformen erweitern ihr Angebot an Derivaten, die an ein breiteres Spektrum digitaler und traditioneller Finanzwerte gekoppelt sind. Im Februar startete Kraken Perpetual Contracts auf tokenisierte Aktien und Rohstoffe, um internationalen Nutzern rund um die Uhr gehebelten Zugang zu klassischen Märkten zu ermöglichen. Einen Monat später brachte Coinbase Perpetual Futures für Nutzer außerhalb der USA auf den Markt, unter anderem auf US-Aktien und Indizes, mit bar abgerechneter, gehebelter Abbildung von Werten wie NVIDIA (NVDA) und Apple (AAPL). Im April integrierte Blockchain.com den Handel mit Perpetual Futures über Hyperliquid (HYPE) in seine Self-Custody-Wallet. Nutzer können damit gehebelte Krypto-Positionen direkt handeln und selbstverwahrte Bitcoin als Sicherheit einsetzen, ohne BTC an eine zentrale Börse zu transferieren. Auch Plattformen für Prognosemärkte drängen in den Bereich der Krypto-Derivate. Anfang des Monats hieß es, Kalshi bereite den Einstieg in Krypto-Perpetual-Futures vor und könnte sein Geschäft von Event-Kontrakten auf gehebelte Digital-Asset-Märkte ausweiten. Für US-Privatanleger sind die meisten Perpetual-Futures-Produkte auf Kryptowährungen weiterhin nicht verfügbar. Wegen regulatorischer Unsicherheit ist ein großer Teil des Geschäfts historisch ins Ausland abgewandert. Laut der Derivate-Publikation FOW sagte CFTC-Chef Michael Selig im März, die Behörde arbeite daran, in den USA innerhalb von "etwa einem Monat" die Einführung von "echten Perpetual Futures" zu ermöglichen.