CME und NYSE-Mutter ICE drängen US-Aufseher zu härterem Vorgehen gegen Hyperliquid

Die CME Group und Intercontinental Exchange (ICE), Eigentümerin der New York Stock Exchange, drängen laut einem Bloomberg-Bericht vom Freitag die US-Derivateaufsicht CFTC sowie Gesetzgeber in Washington auf eine bundesweite Aufsicht über Hyperliquid. Die Börsenbetreiber verweisen auf Risiken durch ein überwiegend offshore angesiedeltes und nur locker reguliertes Handelsumfeld, das anfällig für Marktmanipulation und die Umgehung von Sanktionen sein könne. Nach Darstellung von CME und ICE gewinnen die Handelsvolumina von Hyperliquid in Krypto- sowie rohstoffbezogenen Märkten an Gewicht und könnten die Preisfindung in Schlüsselbereichen beeinflussen. Genannt wird insbesondere Öl, wo globale Referenzpreise entstehen. Anonyme Handelsumgebungen könnten es Insidern oder staatlich verbundenen Akteuren erleichtern, Preise zu bewegen. Kernforderung der Börsen: eine Registrierung bei der CFTC. Damit verbunden wären unter anderem Programme zur Kundenidentifikation sowie Maßnahmen zur Handelsüberwachung. Der Token HYPE gab nach Bekanntwerden der Nachricht um rund 6% nach und fiel von über 45 US-Dollar auf unter 43 US-Dollar. Der Vorstoß hat auch eine wettbewerbliche Komponente. CME treibt die Ausweitung eigener 24/7-Kryptoangebote voran: Bitcoin Volatility Futures sollen am 1. Juni den Handel aufnehmen, Nasdaq CME Crypto Index Futures mit Bezug auf BTC, ETH, XRP und weitere Werte am 8. Juni starten. Hyperliquid weist Vorwürfe zurück Das Hyperliquid Policy Center, eine im Februar von einer Hyperliquid-nahen Stiftung gegründete Interessenorganisation, widersprach am Freitag in einem Beitrag auf X der Darstellung. Die Charakterisierung durch CME und NYSE sei unzutreffend. Klassische Börsenbetreiber, die Käufer und Verkäufer zusammenführen und Gebühren erheben, funktionierten grundlegend anders als das Modell von Hyperliquid. Eine Gleichsetzung verfälsche Struktur und Risikoprofil der Plattform. Nach Angaben der Gruppe führt sie bereits Gespräche mit der CFTC, um einen rechtlichen Weg für eine Teilnahme von US-Nutzern an den Märkten von Hyperliquid zu schaffen. Das Policy Center hält die eigenen Märkte für vorteilhafter und weniger risikoreich als traditionelle zentralisierte Börsen und erwartet einen zugeschnittenen Regulierungsrahmen für Onchain-Derivateplattformen. Regulatorische Angriffsfläche Als potenzieller Schwachpunkt gilt die Bridge von Hyperliquid als einziger Verwahrpunkt für sämtliche Nutzervermögen. Sie ist über eine 3-von-4-Multisignatur abgesichert. Auf dem Hoch im April 2025 entfiel auf Hyperliquid laut Bericht etwa 70% des Onchain-Markts für Perpetual-Futures. Diese Größenordnung, kombiniert mit einer vergleichsweise zentralisierten Verwahrstruktur und IP-basierten Geo-Restriktionen, könnte das regulatorische Risiko erhöhen.