Entwurf zum Clarity Act: Keine Renditen für passives Halten von Stablecoins
Führende Vertreter der Kryptoindustrie haben am Montag bei einer nicht öffentlichen Runde auf dem Capitol Hill die Passagen zu Stablecoin-Renditen im Entwurf des Digital Asset Market Clarity Act geprüft. Der erste Tenor: Die Formulierungen seien zu eng gefasst und zugleich unklar, berichtete CoinDesk.
Der Entwurf, ausgehandelt von den Senatoren Thom Tillis (R-N.C.) und Angela Alsobrooks (D-Md.), untersagt Auszahlungen einer Rendite allein für das bloße Halten eines Stablecoins. Zudem sollen Konstruktionen eingeschränkt werden, die wirtschaftlich einem Bankeinlagengeschäft entsprechen, so CoinDesk.
Zulässig bleiben demnach aktivitätsbasierte Vergütungen, etwa im Rahmen von Treueprogrammen, Promotions, Abonnements, Transaktionen oder der Nutzung einer Plattform. Wie genau definiert wird, welche Aktivitäten als gültige Grundlage gelten, bleibt nach Einschätzung der Beteiligten offen.
An den Märkten sorgte die Aussicht auf strengere Grenzen für Stablecoin-Erträge für deutliche Kursreaktionen: Circle-Aktien fielen am Dienstag um 19%, Coinbase gab um 8% nach. Coinbase-CEO Brian Armstrong, der im Januar wegen Rendite-Beschränkungen die Unterstützung des Unternehmens für den Clarity Act zurückgezogen hatte und damit eine Verschiebung der Beratung im Senats-Bankenausschuss auslöste, äußerte sich bislang nicht zum neuen Text.
Stablecoin-bezogene Erlöse machten im Q3 2025 rund 20% des Coinbase-Gesamtumsatzes aus. Seit Januar galt die Frage nach Stablecoin-Renditen als größtes Hindernis für den Weg des Clarity Act durch den Senat.
Banken, angeführt von der American Bankers Association, argumentierten, Stablecoin-Belohnungen könnten Einlagen aus klassischen Sparkonten abziehen. Vorstände von JPMorgan und Bank of America verwiesen laut CNBC auf eine Treasury-Studie, der zufolge Banken bis zu 6,6 Billionen US-Dollar an Einlagen verlieren könnten, falls Stablecoins unregulierte Renditen bieten.
Der GENIUS Act, der im Juli 2025 in Kraft trat, untersagte Stablecoin-Emittenten zwar Zinszahlungen direkt an Halter, ließ aber Belohnungen über Drittplattformen zu. Experten hatten gewarnt, dass diese Lücke zu einem zentralen regulatorischen Konfliktfeld werden dürfte.
Ausblick
Mit der Einigung ist die wichtigste Hürde für eine Beratung im Senats-Bankenausschuss genommen. Das Markup ist vorläufig für Ende April nach der Osterpause vorgesehen. Eine frühere Behandlung galt bereits als unwahrscheinlich, nachdem Mehrheitsführer John Thune dies Anfang des Monats angedeutet hatte.
Anschließend stehen ein Votum im Plenum des Senats mit einer Hürde von 60 Stimmen, die Abstimmung mit der Version des Senats-Agrarausschusses (verabschiedet im Januar), die Abstimmung mit der Fassung des Repräsentantenhauses (verabschiedet mit 294-134 im Juli 2025) sowie die Unterschrift des Präsidenten an. Polymarket bewertet die Wahrscheinlichkeit, dass der Clarity Act 2026 Gesetz wird, aktuell mit rund 63%.
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