Circle will Aave-Zinsmodell anpassen, um USDC-Liquiditätsengpass zu lösen

Circles Chefökonom Gordon Liao hat eine umfassende Neukalibrierung des Zinsmodells für USD Coin (USDC) auf Aave vorgeschlagen. Ziel ist es, die USDC-Liquidität im Aave-Markt auf Ethereum nach mehreren Tagen mit Vollauslastung wiederherzustellen. Circle-CEO Jeremy Allaire unterstützte den Governance-Vorstoß auf X und verwies dabei auf Liao's empfohlene Parameteränderungen. Warum die USDC-Liquidität auf Aave austrocknete USDC auf Aave v3 Ethereum Core lag vier Tage in Folge bei 99,87% Auslastung. Die verfügbare Liquidität fiel unter 3 Mio. US-Dollar, während das Gesamtangebot innerhalb von 24 Stunden um rund 60 Mio. US-Dollar schrumpfte. Auslöser war der KelpDAO-rsETH-Exploit vom 18. April, der zu zusätzlichen Kreditaufnahmen von etwa 300 Mio. US-Dollar führte. Gebundene Einzahler begannen, Stablecoins gegen ihre eigenen Einlagen zu leihen, um über dezentrale Börsen auszusteigen. Laut Liao sind diese Kreditnehmer strukturell kaum zinssensitiv. Bei 14% liegen die Carry-Kosten für eine Woche bei lediglich 27 Basispunkten. Damit sei die aktuelle Zinsobergrenze zu niedrig, um Kreditaufnahme zu bremsen oder neues Kapital anzuziehen. Zweistufiger Eingriff in die Zinskurve Liao schlägt ein zweiphasiges Vorgehen vor. Im ersten Schritt soll noch am selben Tag per Risk-Steward-Maßnahme "Slope 2" auf 40% angehoben und die optimale Auslastung auf 87% gesenkt werden. Innerhalb von fünf bis sieben Tagen soll dann eine vollständige Governance-Abstimmung die Parameter auf die Endwerte bringen. Bei einem "Slope 2" von 50% würde der maximale Supply-Zins auf etwa 48% steigen. Dieses Niveau dürfte nach Liaos Einschätzung innerhalb weniger Stunden Kapital von Allokatoren über verschiedene Plattformen anziehen und die Auslastung wieder unter den Knickpunkt drücken. Aave arbeitet an einer Lösung Aave-Gründer Stani Kulechov erklärte, das Team arbeite rund um die Uhr an mehreren Optionen. Er verwies darauf, dass der Arbitrum Security Council 70 Mio. US-Dollar in ETH zurückgeholt habe, was die Risiken deutlich reduzieren könne. "Jede Entscheidung, die wir treffen, zielt auf eine geordnete Rückkehr zu normalen Marktbedingungen und das bestmögliche Ergebnis für alle Beteiligten ab", schrieb Kulechov. Der Vorschlag wartet nun auf Rückmeldungen von LlamaRisk, dem verbliebenen Risk-Service-Provider von Aave, seit Chaos Labs Anfang des Monats ausgeschieden ist. Ob die Zwischenparameter greifen, hängt von einer Risk-Steward-Multisig-Aktion ab. Trotz der Meldung legte der AAVE-Token in den vergangenen 24 Stunden um knapp 5% zu und notierte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bei 95,21 US-Dollar.