Krypto-Aktien brechen um mehr als 10% ein: Entwurf des "Clarity Act" sieht Verbot von Stablecoin-Renditen vor
Ein neuer Entwurf des US-Gesetzes "Clarity Act" setzt Krypto-Unternehmen unter Druck: Vorgesehen sind Stablecoins ohne passive Verzinsung. In der Folge gerieten vor allem Circle Internet Group Inc. und Coinbase Global Inc. unter starken Abgabedruck.
Circle, Emittent des USDC-Stablecoins, verlor am Handelstag 21,25% und schloss bei 99,73 US-Dollar. Die Marktkapitalisierung sank laut MarketWatch von zuvor über 31 Mrd. US-Dollar auf 24,61 Mrd. US-Dollar. Coinbase rutschte um 11,08% auf 178,39 US-Dollar; die Marktkapitalisierung fiel von 53,3 Mrd. US-Dollar auf 47,7 Mrd. US-Dollar.
Der Gesetzesentwurf, der die Regulierung und Aufsicht über den Kryptosektor schärfen soll, würde bei Zustimmung im Senat eine passive Zinszahlung auf Stablecoin-Einlagen faktisch untersagen. Zugleich sollen "aktive Rewards", etwa für die Nutzung der digitalen Währungen, weiterhin möglich sein. Wie diese Abgrenzung konkret ausgestaltet wird, ist im Entwurf noch nicht eindeutig.
Coinbase-CEO Brian Armstrong hatte zuvor gewarnt, dass eine solche Regelung die Erträge der Nutzer auf Einlagen schmälern würde. Für Coinbase selbst könnte das kurzfristig die Profitabilität erhöhen, da weniger Rewards ausgezahlt werden müssten.
Im politischen Prozess steckt der "Clarity Act" im Senat fest. Banken drängen auf ein Verbot stablecoinbasierter Zinsen und argumentieren, diese würden eine unfaire Konkurrenz zu klassischen Bankeinlagen schaffen. US-Präsident Donald Trump und sein Sohn Eric Trump kritisierten, Banken würden die dringend benötigte regulatorische Klarheit im Kryptomarkt ausbremsen.
Zuletzt stärkte auch der frühere SEC-Vorsitzende Gary Gensler den Banken den Rücken. Stablecoins könnten das Bankensystem "untergraben" und die Wirtschaft "destabilisieren", sagte er in einem CNBC-Interview.
Ungeachtet der Debatte wächst der Druck auf Banken, bei blockchainbasierten Anlage- und Abwicklungsmodellen mitzuhalten. Viele Institute treiben die Tokenisierung von Real-World Assets voran, um Handel rund um die Uhr, weniger Intermediäre, kürzere Settlement-Zeiten und Bruchteilseigentum für Privatanleger zu ermöglichen. JPMorgan Chase, BNY Mellon und Goldman Sachs gehören zu den Häusern, die traditionelle Finanzmärkte mit Blockchain-Technologie verbinden.
Die Bank of Montreal (BMO) und die CME Group kündigten zuletzt an, vorbehaltlich regulatorischer Genehmigungen Ende 2026 tokenisierte Cash-Services starten zu wollen.
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