CFTC verklagt Arizona, Connecticut und Illinois wegen Regulierung von Prognosemärkten
Die US-Rohstoffaufsicht Commodity Futures Trading Commission (CFTC) verschärft den Konflikt mit bundesstaatlichen Behörden und hat vor Bundesgerichten Klagen gegen Arizona, Connecticut und Illinois eingereicht. Ziel ist es, die aus Sicht der CFTC ausschließliche Zuständigkeit des Bundes für Prognosemärkte und sogenannte Event Contracts zu bekräftigen.
Nach Darstellung der Behörde haben einzelne Bundesstaaten mit Maßnahmen versucht, Plattformen einzuschränken oder zu regulieren, die im Rahmen des föderalen Regelwerks registriert sind. Die CFTC verweist darauf, dass der Kongress die Aufsicht über Waren- und Derivatemärkte seit Langem national organisiert habe. Abweichende Vorgaben einzelner Staaten führten zu Inkonsistenzen und könnten den geordneten Betrieb regulierter Märkte stören.
In den Schriftsätzen argumentiert die CFTC, dass regulierte Vertragsmärkte, die Bundesvorgaben einhalten, nicht parallel widersprüchlichen Durchsetzungsmaßnahmen auf Staatsebene ausgesetzt werden dürften. CFTC‑Chairman Michael S. Selig kündigte an, die "exclusive jurisdiction" der Behörde zu verteidigen und Marktteilnehmer vor aus seiner Sicht "overzealous"en Eingriffen staatlicher Regulierer zu schützen. Der Kongress habe fragmentierte Aufsichtsmodelle zuvor verworfen, auch aus Sorge, dass solche Ansätze Betrugsrisiken erhöhen und den Verbraucherschutz schwächen könnten.
Juristische Strategie und Ausweitung der Auseinandersetzungen
Die neuen Klagen folgen auf frühere bundesrechtliche Interventionen in ähnlichen Verfahren. Im Februar reichte die CFTC ein Amicus-Schreiben zur Unterstützung von Crypto.com im Rechtsstreit mit Nevada ein und unterstrich damit ihren Standpunkt, Prognosemärkte fielen in ihren Zuständigkeitsbereich. Der Rechtsanalyst Daniel Wallach erklärte, weitere Klagen seien möglich, insbesondere gegen Bundesstaaten, die Cease-and-desist-Verfügungen gegen Prognosemarkt-Plattformen erlassen haben. Zugleich könne das Vorgehen der CFTC Bundesstaaten dazu veranlassen, Gegenklagen einzureichen, etwa mit Blick auf wahrgenommene Vollzugslücken im bestehenden Bundesregelwerk.
Fokus der Aufsicht auf Event Contracts
Prognosemärkte stehen zuletzt verstärkt im Blickpunkt, vor allem bei sportbezogenen Kontrakten sowie bei Ereignissen mit hoher geopolitischer Volatilität. Bundesrecht untersagt bestimmte Arten von Event Contracts, darunter Kontrakte zu rechtswidrigen Aktivitäten wie Terrorismus, Krieg oder Attentat. Diese Vorgaben rücken stärker in den Fokus, während Plattformen weiterhin Kontrakte zu globalen Entwicklungen anbieten.
Zudem hat die CFTC ein Advanced Notice of Proposed Regulations veröffentlicht, um zu präzisieren, wie bestehende Regeln auf Prognosemärkte anzuwenden sind. Die Behörde erklärte, sie wolle Unklarheiten beseitigen und die Compliance-Standards unter dem Commodity Exchange Act stärken.
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