CFTC ebnet Weg für Bitcoin-Perpetuals in den USA – Coinbase erhält No-Action-Letter, Kalshi kündigt Start an
Die US-Rohstoffaufsicht Commodity Futures Trading Commission (CFTC) hat am Freitag den Weg dafür freigemacht, dass von ihr beaufsichtigte regulierte Börsen Perpetual-Kontrakte auf Bitcoin (BTC) listen können. Die Behörde erklärte, der Schritt werde "einen klareren Pfad" schaffen, damit liquide Bitcoin-Perpetual-Produkte unter US-Regeln angeboten werden können.
Perpetuals sind Derivate ohne festes Laufzeitende, die die Spotpreisbewegungen nachbilden. Sie dominieren bislang vor allem den Offshore-Kryptomarkt. Die CFTC bezeichnete die Verfügbarkeit "echter Perpetuals" in den USA als wichtigen Fortschritt und stellte die Maßnahme in den Kontext des von Präsident Trump formulierten Ziels, die Vereinigten Staaten als globales Krypto-Zentrum zu etablieren.
Parallel zur Grundsatzentscheidung veröffentlichte die CFTC eine separate regulatorische Maßnahme: ein No-Action-Letter für Coinbase. Auf Basis dieser Leitlinie können US-Kunden von Coinbase auf die Optionen und Perpetuals zugreifen, die die Börse bereits anbietet. Coinbase-Justiziar Paul Grewal begrüßte die Entwicklung auf X (ehemals Twitter) als "massiven ersten Meilenstein für die Branche". Sie zeige, wie "bewährte globale Produkte" unter amerikanische Regulierung gebracht werden könnten – aus seiner Sicht eine Voraussetzung, um die USA als führenden Krypto-Standort zu positionieren.
Marktteilnehmer reagierten umgehend. Die Prognosemarkt-Plattform Kalshi teilte am Freitag mit, künftig Perpetual-Futures-Kontrakte anzubieten – zunächst Krypto-Perpetuals. Das Unternehmen positioniert sein Angebot als regulierte US-Alternative zu Offshore-Anbietern. Kalshi verwies auf das starke Wachstum des Offshore-Perpetual-Marktes, dessen jährliches Volumen nach eigenen Angaben von 28 Billionen US-Dollar im Jahr 2023 auf über 90 Billionen US-Dollar im Jahr 2025 gestiegen sei.
Kalshi erklärte, bei den Perpetuals würden alle acht Stunden Funding-Raten berechnet; diese seien in der Transaktionshistorie einsehbar. Perpetuals auf landwirtschaftliche Rohstoffe seien nicht Teil des anfänglichen Rollouts.
Einordnung: US-Trader könnten damit in absehbarer Zeit Zugang zu Perpetual-ähnlichen Krypto-Derivaten unter inländischer Aufsicht erhalten. Anbieter, die solche Produkte listen wollen, müssen sich im Rahmen der CFTC-Regeln bewegen oder vergleichbare Leitlinien erhalten. Für die Branche gelten die beiden Schritte – mehr regulatorische Klarheit durch die CFTC und das No-Action-Letter für Coinbase – als wichtiger Impuls, um das volumenstarke Perpetual-Trading auf regulierte US-Handelsplätze zu verlagern.
Titelbild erstellt mit OpenArt; Chart von TradingView.com